An einem Podium haben Irène Kälin (Grüne) und Martin Killias (SP) kürzlich die Situation von Arbeitnehmern über 50 diskutiert. Die beiden Kandidierenden aus Lenzburg stellten fest, dass die Arbeitslosenquote mit dem Alter steigt. Ältere hätten, ähnlich wie ganz Junge, auf dem Arbeitsmarkt gegen viele Vorurteile anzukämpfen.

«Alle möchten alt werden, aber niemand möchte es auf dem Arbeitsmarkt sein», so der 67-jährige Killias, der eigentlich im Pensionsalter ist, an der Uni St. Gallen aber weiterhin als Rechtsprofessor lehrt. Trotz jahrelanger Treue zum Betrieb würden ältere Arbeitnehmer oft durch jüngere ersetzt, die weniger kosten. Mit dem starken Franken verschärfe sich diese Situation zusätzlich. Auch bestens Qualifizierte fänden ab 60 nur selten eine neue Stelle, hielt Killias fest.

Die beiden machten konkrete Lösungsvorschläge. So sollte es verboten werden, bei Bewerbungen nach dem Alter zu fragen. Irène Kälin – die 28-Jährige studiert Islamwissenschaft und arbeitet auf dem Sekretariat der Unia – forderte einen weitgehenden Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmer. Killias sieht die Lösung bei Lohnbeiträgen für Firmen, die ältere Arbeitnehmer einstellen.

Einig waren sich die beiden, dass Fehlanreize, wie höhere Sozialabgaben ab 45, beseitigt werden müssen. Ältere dürften die Firmen nicht mehr kosten als jüngere. Und der Zwang für Ausgesteuerte, die Guthaben der zweiten Säule aufzubrauchen, bevor sie Sozialhilfe erhalten, sei abzuschaffen. (fh)