Es ist erst eine Woche her, seit der Aarauer Souverän der Alten Reithalle zustimmte. Und schon gibt es erfreuliche Nachrichten von einem weiteren Leuchtturm der Aarauer, der kantonalen Kultur: Das Projekt KIFF 2.0 erhält einen Kick. Nach der Stadt unterstützt jetzt auch der Kanton die Ausarbeitung einer Machbarkeitsstudie.

Der Regierunsrat bewilligte 220 000 Franken aus dem Swisslos-Fonds. Bis im Herbst 2023 soll südlich des Kunath-Areals, dort wo sich jetzt der provisorische Parkplatz der Freien Christengemeinde (derjenige mit den Baumstämmen) befindet, ein Neubau entstehen. Mit zwei modulablen Konzertsälen für 300 und maximal 1000 Zuschauer.

Kein zusätzliches Parkhaus

Vieles ist im jetzigen Planungsstadium noch unklar. So auch das Investitionsvolumen. Aber es dürfte über den zehn Millionen Franken liegen, die der Grundstückeigentümer Georg Kunath (Immotelli AG) genannt hat. Fest steht: Es wird kein neues Parkhaus geben. Man sucht nach Lösungen mit den bestehenden Parkierungsanlagen im Quartier – und viele (junge) Veranstaltungsbesucher kommen mit dem öffentlichen Verkehr.

Fest steht weiter: Es wird der Verein KIFF sein, der baut – nicht die Stadt. Und klar ist: Das Land bleibt im Besitz der Immotelli AG. Diese will es im Baurecht abgeben. Die Initianten hoffen, die durch den Neubau entstehenden Mehrkosten dank der höheren Kapazität – mehr Besuchern – einspielen zu können.

Bald ein Architekturwettbewerb

Das KIFF ist hoch erfreut über der Entscheid des Kantons: «Nun ist ein grosser Meilenstein für den Kulturleuchtturm geschafft.» Ebenfalls 220 000 Franken hat der Aarauer Stadtrat in Aussicht gestellt. Doch müssen diese noch im Rahmen des Budgetverfahrens 2019 vom Einwohnerrat und vom Souverän genehmigt werden.

Dank des schneller verfügbaren Kantonsgeldes kann das Kiff die Planung rasch vorantreiben. «Der Projektkredit wird in erster Linie für die Erarbeitung des finalen Raumprogramms und den Architekturwettbewerb verwendet. Das Konzept für die Kulturproduktionsräume – Ateliers, Musikproberäume – sowie das Gastronomiekonzept werden ebenfalls weiterverfolgt», heisst es in einer Medienmitteilung. Das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs dürfte in der ersten Hälfte 2019 vorliegen.

Für den Verein Kiff ist nach den jetzt gesprochenen Beiträgen klar: «Stadt und Kanton bekennen sich damit zum Weiterbestehen des Kulturleuchtturms KIFF.» Dieses ist infrage gestellt, weil der Mietvertrag für die alte, sanierungsbedürftige Kulturfabrik Ende 2020 ausläuft. Es gibt allerdings Optionen auf eine Verlängerung um ein bis zwei Jahre.
Letztes Jahr besuchten 42 461 Personen die 199 Veranstaltungen im KIFF.

177 der 199 Anlässe waren musikalischer Art. Das KIFF beschäftigt neben einem Dutzend Festangestellten etwa 50 Stundenlöhner. Es kann auf 200 Aktivisten, die letztes Jahr über 15 000 Stunden Freiwilligenarbeit leisteten, zählen. Bei einem Umsatz von knapp drei Millionen Franken schrieb das KIFF 2017 eine rote Null.