Im Oktober hat ein 25-jähriger Asylbewerber aus Eritrea Rahel K. nachts auf der Kettenbrücke in Aarau angegriffen. Im April verurteilte ihn das Bezirksgericht Aarau zu 18 Monaten Haft, die Hälfte davon bedingt. Nach seiner Freilassung kam der Eritreer nicht in Ausschaffungshaft. 

Gegenüber «Blick» sagt Doris Richner vom Amt für Migration und Integration Kanton Aargau, dass man stets prüfe, ob und – falls ja – welche Zwangsmassnahmen anzuordnen seien. Man sei an das Gesetz und den Grundsatz der Verhältnismässigkeit gebunden. «Generell kann bei Personen im hängigen Asylverfahren eine Ausschaffung erst dann erfolgen, wenn das Staatssekretariat für Migration in Bern über das Asylgesuch und eine allfällige Wegweisung rechtskräftig entschieden hat.»

Über das Asylgesuch des jungen Eritreers hat das Staatssekretariat für Migration offenbar noch nicht entschieden. Eine Person mit Flüchtlingseigenschaft könne vom Asyl ausgeschlossen werden, wenn sie wegen verwerflicher Handlungen dafür unwürdig sei, erklärt Sprecher Martin Reichlin gegenüber «Blick».

Dies ist der Fall, wenn ein Delikt mit einer Freiheitsstrafe von über drei Jahren geahndet wird – bei Personen ohne Flüchtlingseigenschaft bei einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr. Da der Eritreer 9 Monate bedingt erhielt, war sein Delikt zu schwach, um ausgewiesen zu werden.