Christian Kast, der Vater der beiden auf die Philippinen entführten Mädchen, hat zum ersten Mal Kontakt zu seiner Familie gehabt. Den beiden Töchtern gehe es gut, sie seien bei einer Schwester von Margie Kast in Manila untergebracht, sagt Christian Kast gegenüber dem Regionalsender Tele M1. Auch seine Frau sei überglücklich, ihre Kinder wieder zu haben. Dass der Fall in der Schweiz für so viel Wirbel sorgt, realisiere sie nicht.

Erste Nachricht aus den Philippinen

Erste Nachricht aus den Philippinen

So erhält die Familie beispielsweise breite Unterstützung auf Facebook. Gegen die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) hingegen wird in den sozialen Medien scharf geschossen. «Man sollte was gegen diese Kindsentführer Kesb machen», schreibt etwa ein Facebook-User auf Christian Kasts Facebook-Seite.

Solche Reaktionen aus der Bevölkerung würden nicht spurlos an der Kesb vorbei gehen, sagt Ruedi Winet, Präsident Kesb Zürich. «Aber unsere Aufgabe ist es, Massnahmen zu treffen gegen den Willen von Personen. An dem lässt sich nichts ändern. Wir sind die <Bösen>.»

Die Zahl der Fälle nimmt zu

Von 2002 bis 2012 hat die Anzahl der Kinderschutzmassnahmen in der Schweiz um mehr als 50 Prozent zugenommen – von 11'096 auf 16'868 Fälle. Ruedi Winet glaubt zu wissen, weshalb die Behörden immer mehr in das Familienleben eingreifen: «Die Menschen leben heute isolierter, haben weniger Unterstützung durch Familienangehörige, tragfähige Strukturen sind zum Teil verschwunden und mussten ersetzt werden durch behördliche Massnahmen.»

Der Züricher SVP-Nationalrat Alfred Heer sieht einen anderen Grund für die Zunahme der Fälle. Er glaube nicht, dass die Kinder oder die Eltern schlechter geworden seien, sondern es liege an der Sozialindustrie, die sich entwickelt habe. «Es geht in erster Linie nicht um das Kindswohl, sondern um das Wohl der links-grünen Sozialarbeiter, die mit diesen Massnahmen viel Geld verdienen auf Kosten der Steuerzahler.»