Advent Advent, ein Lichtlein brennt. Oder eben nicht - in den meisten Aargauer Alters- und Pflegeheimen gilt ein Kerzenverbot. Dasselbe gilt für die Zentren im Limmattal. Das Brandrisiko ist zu gross, um es den Senioren zu erlauben, Kerzen brennen zu lassen. Vor allem unbeaufsichtigt.

Echte Kerzen mit LED-Lichtern ausgetauscht

Rupert Studer, Leiter der Pflege im Alterszentrum Herosé in Aarau bestätigt: «Auch wenn die Leute noch gut «zwäg» sind, besteht Gefahr.» In Bewohnerzimmern seien Kerzen deshalb nicht erlaubt. Mitarbeiter geben immer Acht, wenn Besucher beispielsweise Weihnachtskränze mitbringen mit echten Kerzen, versuchen sie diese mit den künstlichen LED-Kerzen auszutauschen. Diese sehen inzwischen beinahe wie echte Kerzen aus, mit Flackern und Wachs drumherum. In der Cafeteria gibt es allerdings noch Weihnachtskränze mit richtigen Kerzen. Diese werden angezündet, wenn jemand den Raum bewacht. So muss nicht ganz auf heimeliges Kerzenlicht in der Weihnachtszeit verzichtet werden.

Auch beim Alterszentrum Kehl in Baden gilt ein Verbot, doch es werden vereinzelt Ausnahmen gemacht. Dann werden aber vor allem darauf geachtet, dass die Kerze im Schutzglas brennt. Ausserdem brennt ihr Weihnachtsbaum noch mit richtigen Kerzen - dieser steht allerdings draussen.

«Wir haben wenig Erfahrung mit den elektrischen Kerzen, aber es ist sicherlich etwas Gutes», sagt René Bernhard, Leiter des Regionalen Altersheims in Döttingen. Auch das Erlinsbacher Alterszentrum Mühleberg verhängte für seine Bewohnerinnen und Bewohner ein Kerzenverbot. Das Thema Brandgefahr hallt nach dem grossen Brand vor zwei Jahren immer noch nach. «Es wurde aber nicht durch eine Kerze ausgelöst» sagt Frau Jaun vom Alterszentrum.

600 Brände wegen Kerzen

In der Schweiz kommt es laut Beratungsstelle für Brandverhütung (BfB) jährlich zu 600 Wohnungs- und Hausbränden wegen Kerzen. Sie gehören zu den häufigsten Brandursachen in Schweizer Haushalten. Tipps zur Vorbeugung gibt das BfB auch: Immer Kerzen löschen, wenn niemand im Raum ist oder nur Kinder und Haustiere. Kerzen mit genügend Abstand zu Textilien und Dekorationen platzieren, ausserdem für eine gute Fixierung der Kerze sorgen. Und keine Kerzen anzünden an dürren Adventskränzen.

Diese Sicherheitsmassnahmen sind wohl den meisten schon bekannt. Trotzdem passieren immer wieder Brände, wie sich erst kürzlich zeigte. Im Aargau gab es in den letzten Tagen zwei Fälle von Kerzenbränden, wo die Feuerwehr ausrücken musste. In Aarburg wollte eine betagte Frau einige Kerzen ihres Adventskranzes anzünden, da fing die Tischdecke Feuer. In Nussbaumen liess ein Ehepaar abends eine Kerze brennen. Der Rauch weckte sie mitten in der Nacht - Schlimmeres konnte verhindert werden, doch ein grosser Sachschaden entstand trotzdem. (msu/mis)