Suhr
Keine Vorsichtsmassnahmen trotz Sturm Burglind: "Ein Gerüst sollte halten"

Sturm Burglind brachte in Suhr ein Baugerüst zu Fall. Obwohl eine Sturmwarnung vorlag, traf man keine Vorsichtsmassnahmen. Das sei nicht nötig, sagt ein Fachmann.

Merken
Drucken
Teilen
Umgestürzt: Baugerüst an der Bernstrasse in Suhr.

Umgestürzt: Baugerüst an der Bernstrasse in Suhr.

Glimpflich verlief ein Zwischenfall in Suhr, wo ein Baugerüst auf die Bernstrasse stürzte, aber weder Autofahrer noch Fussgänger zu Schaden kamen. Tom van Egmond, Fachmann für Arbeitssicherheit und Ausbildung, sagt auf Anfrage, trotz Sturmwarnung seien im Bereich Gerüstbau keine speziellen Vorsichtsmassnahmen ergriffen worden. «Ein Gerüst sollte grundsätzlich halten», so van Egmond. Beim Aufbau würden sich die Gerüstbauer an Referenzwerten für Windbelastungen orientieren. Zudem sollte laut Suva ein regelkonform bemessenes und errichtetes Baugerüst auch starke Böenspitzen bis zu 114 Kilometer pro Stunde überstehen. Im Aargau wurden am Mittwoch Windgeschwindigkeiten zwischen 80 bis 130 km/h gemessen.

Muss man als Fussgänger nun besondere Vorsicht walten lassen, wenn man in den nächsten Tagen an einem eingerüsteten Gebäude vorbeigeht? «Nein, das ist nicht nötig», hält van Egmond fest. Nur die Handwerker, die ein Baugerüst betreten, müssten besonders gut aufpassen. Diese seien zwar grundsätzlich immer gehalten, ein Gerüst zu kontrollieren, bevor sie es betreten. Nach «Burglind» könnte es aber sein, «dass gewisse Teile fehlen oder lose sind und ein Gerüst mehr wackelt als sonst». Sei das der Fall, müsse das Gerüst verlassen werden. «Dann müssen sofort der Bauherr und die Bauleitung kontaktiert werden», rät der Sicherheitsspezialist.
Die Gerüstbauer in der Region hatten am Donnerstag alle Hände voll zu tun. Wieder aufstellen der umgefallenen, flicken der beschädigten und kontrollieren der stehen gebliebenen Gerüste stand auf dem Plan. Tom Van Egmond ist froh, dass beim Sturm verhältnismässig wenig passiert sei. «Es hätte weit schlimmer sein können», sagt er.