Badenfahrt
Keine Gratisfahrt für Westaargauer: «Gar nicht so schlecht, wenn nicht alle gehen»

Westaargauer profitieren nur teilweise von Gratisfahrten mit Zug und Bahn. Grüne Politiker fordern für einmal keine öV-Förderung.

Manuel Bühlmann
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Wo die Fahrt ans Fest mit dem Badenfahrt-Bändeli gratis ist - und wo nicht

Wo die Fahrt ans Fest mit dem Badenfahrt-Bändeli gratis ist - und wo nicht

Aargauer Zeitung

Das Festbändeli wird während der Badenfahrt zum Zug- oder Busbillett. Aus weiten Teilen des Kantons können die Besucher gratis anreisen. Allerdings sind davon viele Gemeinden im Westaargau ausgenommen. Aarauer beispielsweise müssen ein Retourbillett für zwei Zonen kaufen, ohne Halbtax kostet dieses Fr. 9.60.

Ziel der Organisatoren: Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln fördern. Ein Anliegen, das auch den Grünen am Herzen liegt. Doch der Frust über die beschränkte öV-Förderung hält sich bei Parteivertretern aus jenen Regionen, die ausserhalb der 17 Badenfahrt-Zonen liegen, in Grenzen.

«Primär ein Fest für Badener»

Verständnis zeigt der Grüne Grossrat Hansjörg Wittwer aus Aarau: Das Angebot der kostenlosen Tickets müsse schliesslich irgendwo enden. Dazu komme: «Die Badenfahrt ist in erster Linie ein Fest für Badener. Die Stadt soll nicht mit Besuchern aus der ganzen Schweiz überschwemmt werden.»

Das sei mit ein Grund, warum er vor dreissig Jahren zum letzten Mal an einer Badenfahrt mitgefeiert habe, sagt Wittwer. Und auch dieses Jahr wird er darauf verzichten. Das wichtigste Fest des Jahres ist für Hansjörg Wittwer ohnehin bereits vorbei: der Maienzug.

Am Vorabend sei er als Aarauer jeweils auch froh, wenn sich der Ansturm der Besucher im Rahmen halte. Im Hinblick auf das anstehende grösste Volksfest des Kantons sagt Wittwer deshalb: «Es ist gar nicht so schlecht, wenn nicht alle an die Badenfahrt gehen.»

Zofingen nicht im Einzugsgebiet

Nachvollziehbar findet auch Grünen-Präsident Daniel Hölzle aus Zofingen die Einteilung der Gratis-Zonen. Seine Stadt zähle ohnehin nicht zum Einzugsgebiet der Badenfahrt – allein wegen der rund einstündigen Anreise mit dem Zug. «Wir sind von hier aus schneller in Bern als in Baden», sagt Hölzle. Er rechnet nicht damit, dass viele Zofinger an der Badenfahrt teilnehmen werden. Und auch Daniel Hölzle selbst wird nicht zu den erwarteten rund eine Million Besuchern zählen.

Unters Partyvolk wird sich hingegen der Badener Jürg Caflisch mischen, sofern er nicht gerade bei einer der Festbeizen im Einsatz steht. Der SP-Grossrat und VCS-Präsident sieht kein grosses Problem darin, dass die Aarauer trotz Festpass nicht gratis anreisen können – auch wenn er es ihnen hätte gönnen mögen, wie er sagt. «Schade, aber kein Weltuntergang», lautet sein Urteil. «Wichtig ist, dass möglichst viele mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Baden reisen.» Caflisch glaubt nicht, dass sich Leute aus der Region Aarau aufgrund der Gratis-Zonen von einem Badenfahrt-Besuch abhalten lassen.