Richtlöhne

Keine Chance für Billiglöhne: Aargauer Fuhrhalter und Fahrer schlagen auf das neue Lohnregulativ ein

Gemeinsam gegen Lohndumping: Markus Meier (l.), Präsident der Astag-Sektion Aargau, und Gian-Räto Cadonau, Präsident Les Routiers Suisses, Sektion Aargau.

Gemeinsam gegen Lohndumping: Markus Meier (l.), Präsident der Astag-Sektion Aargau, und Gian-Räto Cadonau, Präsident Les Routiers Suisses, Sektion Aargau.

Drei Jahre haben sie verhandelt. Jetzt haben sich Chauffeure und Transportunternehmer im Aargau auf ein Lohnregulativ geeinigt.

Auf der Leinwand im Tagungssaal des Wettinger Tägi sind zwei Logos und zwei Hände eingeblendet. Darüber steht: «Einführung Lohnregulativ».

Davor stehen Markus Meier, Präsident der Aargauer Sektion des Nutzfahrzeugverbands Astag, und Gian-Räto Cadonau, Präsident der Aargauer Sektion des Chauffeurenverbandes Les Routiers Suisses. Ein Handschlag, ein Lächeln. Offen sagt das am Dienstagabend an der 39. Generalversammlung der Astag Aargau niemand, wissen tun es alle: Der Weg bis hierher war kein einfacher.

Umso froher ist man jetzt, dass man sich geeinigt hat. Ab 1.1.2019 gilt im Aargau für Chauffeure von Astag-Mitgliedbetrieben ein neues Lohnregulativ, als Zusatz zur Landesvereinbarung.

Für alle Chauffeure, die im nationalen Binnenverkehr tätig sind, wurde nach Ausweiskategorien und Anzahl Berufsjahren Richtsätze festgelegt. Sie bewegen sich zwischen 3800 und 4800 Franken.

In der Regel ist der individuelle Lohn höher, denn berücksichtigt werden müssen gemäss Regulativ auch Anforderungen und Verantwortung am Arbeitsplatz, Qualifikation, Erfahrung und individuelle Leistung. Unterschritten werden darf nur, wenn dies begründet werden kann. Beide Verbände nahmen das Regulativ einstimmig an.

Gegen Lohndumping

Laut Gian-Räto Cadonau werde damit der Problematik entgegengewirkt, dass Schweizer Fuhrhalter ausländische Fahrer zu Billiglöhnen in der Schweiz fahren lassen. «Das ist im Aargau jetzt nicht mehr möglich», sagt Cadonau.

Astag-Präsident Meier betont: «Das Abkommen dient dem guten Einvernehmen zwischen den Fuhrhaltern und den Chauffeuren.» Reto Jaussi, Direktor Astag Schweiz, bezeichnete die Vereinbarung als «weiteren Schritt in der gut funktionierenden Sozialpartnerschaft mit den Routiers». Gewerkschaften wie Unia oder Syndicom hätten im Transportgewerbe nichts zu suchen.

Adrian Herzog, Obmann Berufsbildung, appellierte an die Mitglieder, Lehrstellen zu schaffen und bei Schwierigkeiten mit Lernenden nicht gleich aufzugeben. Um mehr Betriebe wieder zur Ausbildung junger Chauffeure zu motivieren, erhält künftig jeder Betrieb pro erfolgreichen Lehrabschluss eine Prämie von 500 Franken. 

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