Leserwandern
Kein Zuckerschlecken: «Wettingen muss von Baden aus erst erwandert werden»

Eigentlich wäre man im Nu von Baden nach Wettingen gelangt. Doch die rund 80 Wandersleute waren sich auch am Schluss der vierstündigen Wanderung einig: Der kürzeste Weg muss nicht der schönste sein.

Roman Huber
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Zuerst geht es gemütlich und flach durch Stadt und Kurpark
12 Bilder
Ziel erreicht - Wettingens Gemeindeammann Markus Dieth bei der Begrüssung im Schwimmbad Tägerhard
Willkommener Most-Halt bei den Suters in Münzlishausen
Silvia Hochstrasser begrüsst die Wanderschar beim Bahnhof Baden
Gebannt folgen Stefanie Heimgartner (vorne rechts) und Anna Andermatt den Schilderungen von Silvia Hochstrasser
Kurze Pause mit Grusswort von Urs Hofmann und Obstbauer Meinrad Suter
Die heutige Etappe von Baden nach Wettingen
Der schmale Pfad durch den Eibenwald führt am Schluss eine steile Treppe hinauf auf das Müserenplateau
Die längste Fischtreppe der Schweiz lässt alle staunen
Das Ziel naht - vorbei am Kloster Wettingen, über die Holzbrücke
Beim Abstieg gibt es einige Regentropfen
Beim ersten Info-Halt oberhalb der Siggenthalerbrücke erfahren die Wanderer Historisches über die Bäderstadt

Zuerst geht es gemütlich und flach durch Stadt und Kurpark

Roman Huber

Mit Yvonne Feri war der Wettinger Gemeinderat in der Wanderschar gebührend vertreten. Sie kann nun nachempfinden, wenn ihr Ammann Markus Dieth beim Empfang im Sportzentrum Tägerhard der Wanderschar nach vierstündiger Tour schlussfolgert: «Wettingen muss man erst erwandern.»

Wie weit Wettingen von Baden entfernt liegt, darüber liess Wanderleiterin Silvia Hochstrasser noch auf dem Bahnhofplatz in Baden werweissen. Ob geografisch oder etwa politisch, das blieb ebenfalls dahingestellt.

Für die rund 80 punkto Herkunft bunt zusammengewürfelten Leser-Wandererinnen und Wanderer war es einerlei, denn sie kamen in den Genuss einer herrlichen Wanderung, bespickt mit vielen historischen Wahrheiten und Anekdoten aus der regionalen Geschichte.

Dass sie sich hier in heimischen Gefilden bewege, hätte Silvia Hochstrasser nicht betonen müssen. Und die Stadt Baden bietet denn auch ein Reichtum an Informationen. Bereits am Bahnhof, dem ältesten der Schweiz, erinnerte die Wanderleiterin an den Ursprung der Badenfahrten.

Der Weg führte dann am Kurpark vorbei und über dem Kappelerhof und dem Wilerloch auf dem Sieben-Brücken-Weg durch den bekannten Badener Eibeinwald. Mit 1200 Bäumen sei es das grösste Reservat dieser Baumart in der Schweiz, wusste Hochstrasser zu berichten.

Nach dem steilen Aufstieg – das Gebenstorfer Horn rechts liegen lassend – bewegte sich die Kolonne Richtung Münzlishausen. Dort gab es für die durstigen Kehlen eine ganz besondere Stärkung: Pasteurisierter Apfelsaft von 800 verschiedenen Apfelsorten aus dem grossen Obstgarten von Meinrad Suter.

Dieser erzählte gleich selber von seiner Tätigkeit im Dienste von «Pro spezies rara» und erwähnte auch, dass aus dem Reichtum dieser vielfältigen Apfelsorten auch ein spezieller Obstler gebrannt werden könne.

Beeindruckt zeigte sich auch Regierungsrat Urs Hofmann vom Obstbauer. Er freue sich, dass er auf dieser Wanderung seine Kenntnisse über den Ostaargau vertiefen könne, sagte Hofmann und betonte: «Unsere schönen Landschaften sind in nur 15 Minuten von den Zentren erreichbar.»

Beim Abstieg in die Stadt Baden vorbei an der Schlossruine Stein sah man vereinzelt Regenschirm aufgespannt.

Doch auf dem Weitermarsch über die Eisenbahnbrücke Richtung Kloster Wettingen und Sportzentrum Tägerhard zeigte sich dann plötzlich die Sonne, sodass die Wanderschar froh war, mit dem Sportzentrum Tägerhard nach anstrengender, aber interessanter Tour das Tagesziel damit erreicht zu haben.

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