Diese Massnahme soll dazu führen, dass sich Schülerinnen und Schüler künftig wieder einigermassen ausgewogen auf alle Gymnasien verteilen, wie das Erziehungsdepartement (ED) am Mittwoch bekanntgab. An der freien Wahl von Schule und Schwerpunktfach soll nicht gerüttelt werden, wie Hans Georg Signer, Leiter Bildung im ED, vor den Medien versicherte.

Wirbel um «PPP»

Konkret geht es um das Schwerpunktfach «Philosophie, Psychologie, Pädagogik» (PPP) und das «International Baccalaureate» (IB). Diese Angebote waren 2008 respektive 2010 am Gymnasium Münsterplatz als einzigem Standort neu eingeführt worden. An der Schule konnte so nicht nur der Schülerschwund gestoppt, sondern gar ein Wachstum um 71 Prozent realisiert werden.

Der Zuwachs am Münsterplatz liess allerdings mit einer Ausnahme die übrigen Gymnasien um bis zu 15 Prozent schrumpfen. In der Folge wollten diese Schulen ihrerseits dem Gymnasium Münsterplatz mit neuen Schwerpunktfächern beim Kampf um die Schüler Paroli bieten.

Für weitere Schwerpunktfächer, deren Anteil an der gymnasialen Bildung nur zehn Prozent ausmacht, sind die Basler Gymnasien jedoch zu klein, gab Signer zu bedenken. Mit einem Ausbau des Angebots würde die Organisation bei gleichzeitig sinkender Schülerzahl komplexer.

Gegen «unfruchtbare Konkurrenz»

Zudem befürchtet das ED bei den Schwerpunktfächern eine eigentliche Ausweitungsspirale und eine unfruchtbare Konkurrenz unter den Schulen. Deshalb beantragt es dem Erziehungsrat, alle Anträge der Gymnasien für neue Schwerpunktfächer abzulehnen. Die Bewilligung für IB, die dem Gymnasium Bäumlihof bereits erteilt worden ist, soll wieder rückgängig gemacht werden.

Das Gymnasium Münsterplatz darf «PPP» ab dem Schuljahr 2014/15 nicht mehr anbieten. Die laufenden Klassen sollen jedoch bis zur Maturität geführt werden. Über diese Massnahme muss ebenfalls der Erziehungsrat entscheiden. Weiter soll am Münsterplatz ab 2014/15 das Schwerpunktfach Englisch in Kombination mit dem IB angeboten werden.

Das geplante Aus für «PPP» war vorzeitig bekannt geworden und hatte in den letzten Tagen für Schlagzeilen und einige Aufregung gesorgt. Vor der Medienkonferenz vom Donnerstag demonstrierten Schülerinnen und Schüler vor dem ED-Gebäude gegen die Massnahme.

Zukunft sichern

Erziehungsdirektor Christoph Eymann zeigte vor den Medien für die Unzufriedenheit Verständnis. Er sieht jedoch keine Alternative für die Massnahme, die zu Stabilisierung bei den Gymnasien führen soll.

Ihm gehe es darum, die Zukunft aller fünf Basler Gymnasien zu sichern, sagte Eymann. Ein Abbau wäre seiner Ansicht nach ein «enormer Rückschritt».

Weil im Zuge von HarmoS das Gymnasium in Basel von fünf auf vier Jahre verkürzt wird, sinken die Schülerzahlen in den nächsten Jahren um rund einen Fünftel. Ab 2018 soll es nur noch 108 Klassen geben. Im Kanton Baselland wird es dagegen an ebenfalls fünf Standorten voraussichtlich rund 200 Klassen geben.