Bundesgericht

Kein Pardon mit Verkehrsrowdy: Aargauer Drängler wird zur Kasse gebeten

Der Aargauer Verkehrsrowdy folgte auf dem Überholstreifen einer Lenkerin auf mehreren Kilometern mit einem Abstand von lediglich sieben Meter, und das bei Tempo 80 bis 100 km/h. (Symbolbild)

Der Aargauer Verkehrsrowdy folgte auf dem Überholstreifen einer Lenkerin auf mehreren Kilometern mit einem Abstand von lediglich sieben Meter, und das bei Tempo 80 bis 100 km/h. (Symbolbild)

Ein Automobilist bestritt, einer Lenkerin auf der Autobahn mehrere Kilometer nur mit wenigen Metern Abstand gefolgt zu sein. Sein Markantes Fahrzeug ist dem Drängler nun aber zum Verhängnis geworden.

Es geschah am Morgen des 8. April 2014 auf der Autobahn A3 in Richtung Zürich. Der Lenker eines grünen Nissan 300 ZX Twin Turbo folgte auf dem Überholstreifen einer Lenkerin auf mehreren Kilometern mit einem Abstand von lediglich sieben Meter, und das bei Tempo 80 bis 100 km/h.

Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg verurteilte den Drängler wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln zu einer unbedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 200 Franken – total also 8000 Franken. Zudem widerrief das Gericht eine frühere Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 190 Franken.

Freispruch und erneute Verurteilung

Auf Einsprache des fehlbaren Lenkers hin hob der Präsident des Strafgerichts des Bezirks Laufenburg die Verurteilung auf und sprach den Drängler von Schuld und Strafe frei. Er hielt es nicht für erwiesen, dass der Nissan-Lenker tatsächlich der Drängler war.

Diesen Freispruch wiederum liess die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg nicht auf sich sitzen und gelangte ans Obergericht. Dieses sah es als erwiesen an, dass es der Nissan-Lenker war, der keinen genügenden Abstand eingehalten hatte.

Das Obergericht bestrafte den Drängler mit einer – bedingten – Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 200 Franken, brummte ihm dafür aber eine Busse von 1600 Franken auf. Zudem verurteilte das Gericht den Nissan-Lenker, die früher ausgesprochene Geldstrafe von 5700 Franken an den Staat abzuliefern.

Markantes Fahrzeug

Der Nissan-Lenker zog den Streit, wie nicht anders zu erwarten war, vors Bundesgericht. Dort warf er dem Obergericht vor, den Sachverhalt „offensichtlich unrichtig“ festgestellt und willkürlich geurteilt zu haben. Es liege ein Irrtum vor.

Zwar sei er mit seinem Nissan im fraglichen Zeitpunkt auf dieser Strecke unterwegs gewesen. Allerdings sei nicht er, sondern ein unbekannter Dritter der Lenkerin in ungenügendem Abstand hinterhergefahren. Das Bundesgericht hat die Beschwerde jetzt als unbegründet bezeichnet.

Nach Meinung der Lausanner Richter durfte das Obergericht auf die Aussagen der Lenkerin abstellen. Dass sich die Frau geirrt habe, als sie die Nummer des markanten Fahrzeugs ablas, kann ausgeschlossen werden.

Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil es sich beim Fahrzeug des Dränglers nicht um ein gängiges Modell handelt und es sich auch wegen seiner grünen Farbe offensichtlich von anderen Fahrzeugen unterscheidet. Der Drängler muss die Gerichtskosten von 2000 Franken bezahlen.

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