Verkehrspolitik
Kein Geld für sechs Fahrstreifen auf der A1 im Aargau

Bundesrätin Doris Leuthard und Direktor des Bundesamts für Strassen Rudolf Dieterle haben auf der Baustelle Härkingen-Wiggertal über die Staubekämpfung informiert. Die Aargauer pochen auf einen vollständigen Ausbau der A1, Bern jedoch nicht.

Hans Lüthi
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Bundesrätin Doris Leuthard: Pressekonferenz am Verkehrsknotenpunkt Haerkingen-Wiggertal.
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Bundesrätin Leuthard, erklärt am Verkehrsknotenpunkt Haerkingen-Wiggertal, wie sie Staus reduzieren will.
Bundesrätin Doris Leuthard: Pressekonferenz am Verkehrsknotenpunkt Haerkingen-Wiggertal.
Verkehrsknotenpunkt Haerkingen-Wiggertal

Bundesrätin Doris Leuthard: Pressekonferenz am Verkehrsknotenpunkt Haerkingen-Wiggertal.

Keystone

Der Verkehr wächst und wächst, die Zahl der Staustunden hat im letzten Jahr erneut um 3,4 Prozent zugenommen. Auf den Autobahnen wird die Lage immer prekärer, die A1 gehört zu einer der am stärksten belasteten Strassen der Schweiz.

Über 20 000 Stunden standen Schweizer Auto- und Lastwagenfahrer letztes Jahr in Staus. Ein Rekord, der Bund plant jetzt Massahmen, berichtete die az am Montag.

Ausbau Härkingen-Wiggertal schon im Herbst 2014 fertig

Gut sieht es auf der Baustelle Härkingen-Wiggertal aus, dem Herzstück im Schweizer Autobahnnetz, wie Bundesrätin Doris Leuthard bei einer Besichtigung feststellte. Denn auf diesen 9 Kilometern überlagern sich die Nord-Süd- und die Ost-Westachse. Der Ausbau ist gut im Zeitplan, die Zürcher Fahrbahn ist fertig, auf der Berner Fahrbahn wird der Belag eingebaut.

Bis im Herbst stehen in jeder Richtung drei Fahrstreifen zur Verfügung. Bis im November wird danach auch das neue Verkehrsleitsystem installiert sein. Die Kosten bewegen sich im Rahmen der bewilligten 235 Millionen Franken.

Weniger gut steht es bei der Forderung, die ganze A1 von West bis Ost durchgehend auf sechs Fahrstreifen auszubauen. Die Aargauische Verkehrskonferenz hat sich den Ausbau auf die Fahne geschrieben, «weil es an zahlreichen Stellen täglich zu Staus kommt». Trotz gewissen Ausbauten fehlten weiterhin wichtige Teilstücke.

Dringend sei vor allem der Ausbau des Gubristtunnels als eines der schlimmsten Nadelöhre. Darum appelliert die AVK an den Bundesrat, zusammen mit dem Aargauer Baudirektor Stephan Attiger und weiteren massgeblichen Politikern, «den vollständigen Ausbau zügig voranzutreiben.»

Ein Ausbau der ganzen A1 ist allerdings in Bern kein Thema. Selbst wenn das Parlament den Strassenfonds nach Wunsch des Bundesrates bewillige und die nötigen Milliarden ebenso, stehe nicht genug Geld zur Verfügung. «Wir müssen zuerst dort ausbauen, wo der Problemdruck am grössten ist», sagte Astra-Direktor Rudolf Dieterle auf der Baustelle Härkingen-Wiggertal.

Die Strategie des Bundesamtes für Strassen ziele darauf ab, die Engpässe zu beseitigen. Dazu gehöre die A1 nur punktuell, aber nicht flächendeckend.