Franziska Roth
Kein Bundesasylzentrum im Aargau? Entscheid der Regierung sorgt für Kritik

Zu teuer: Die Aargauer Regierung sträubt sich gegen ein Bundesasylzentrum im Kanton. Damit sorgt Departementsvorsteherin Franziska Roth selbst in den eigenen Reihen für Kritik.

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Wer soll die Kosten für Asylbewerber übernehmen? Der Streit zwischen Kanton und Gemeinden geht in die nächste Runde. In ihrer Antwort auf die Interpellation der Grünen-Grossrätin Kim Schweri schrieb die Regierung: Mit einem Bundesasylzentrum im Aargau könnten die Gemeinden jährlich Kosten von maximal 650'000 Franken sparen, hingegen würden für den Kanton Mehraufwendungen von netto 2 bis 2,5 Millionen Franken entstehen. Deswegen verzichte die Regierung darauf, sich aktiv um ein Asylzentrum zu bemühen.

Die Antwort der Regierung macht Kim Schweri stutzig: «Es scheint, als ob der Regierungsrat partout kein solches Asylzentrum bei uns im Aargau will», sagt die Untersiggenthaler Grünen-Grossrätin gegenüber «Tele M1». Deshalb habe er auch das Parlament aussen vor gelassen und ihre Interpellation zu seinen Gunsten beantwortet, ist Schweri überzeugt.

Unterstützung erhält Schweri von der SVP. Martina Bircher, SVP-Grossrätin und Gemeinderätin von Aarburg, steht ebenfalls für ein Asylzentrum ein. Für sie ist klar: Bleiben die Asylbewerber in den Gemeinden, explodieren die Kosten längerfristig. «2017 hatten wir in Aarburg 50 Flüchtlinge, die nach fünf Jahren immer noch keine Stelle gefunden haben. Für diese müssen nun eins zu eins die Steuerzahler aufkommen, weil der Bund nicht mehr für sie zahlt.»

Franziska Roth zeigt sich gegenüber dem Regionalsender «sehr verwundert, mit welcher Vehemenz ein Bundesasylzentrum von verschiedenen Seiten gefordert wird». Die SVP-Regierungsrätin bleibt bei ihrem Standpunkt: «Ich selber sehe keine wirkliche Entlastung für den Kanton Aargau.»

(sam)