Im Kanton Aargau kam es im Hitzesommer 2018 zum Fischsterben in Bächen und kleineren Flüssen. «Der Aargau prüft ein Planschverbot bei Hitzesommern», meldete das SRF Regionaljournal am Freitag in diesem Zusammenhang. Denn Stresssituationen entstehen für Fische bereits ab 20 bis 23 Grad Wassertemperatur – auch in grösseren Flüssen oder Seen.

In Bächen gibt es für die Tiere kaum Ausweichmöglichkeiten an kühlere Plätze. «Werden die Fische dann bei Temperaturen um 25 Grad zusätzlich durch Abkühlung suchende Menschen oder Hunde gestört, kann dies für die Fische tödlich enden», sagt Norbert Kräuchi, Abteilungsleiter Landschaft und Gewässer beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU).

Kräuchi bestätigt, dass man zeitlich und räumlich beschränkte Verbote im Fall eines weiteren Hitzesommers prüfe. «Je besser es uns gelingt, die Bevölkerung zu sensibilisieren und auf die akute Stresssituation der Fische hinzuweisen, desto mehr Verständnis und Rücksichtnahme dürfen wir erwarten», so Kräuchi. Es ist also auch möglich, dass kein Verbot, sondern lediglich Empfehlungen ausgesprochen werden.

Sensibilisieren, nicht verbieten

Von einem solchen Verbot halten nicht alle etwas: «Grundsätzlich bin ich gegenüber Verboten kritisch eingestellt», sagt FDP-Grossrat Silvan Hilfiker. Er könne zwar selber nicht abschätzen, wie gefährlich es für die Fische ist, wenn Menschen bei heissem Wetter in Bächen oder kleinen Flüssen baden. «Aber ich denke, dass die Leute sich an eine Empfehlung halten, wenn man ihnen glaubhaft aufzeigen kann, dass es den Tieren nicht guttut», sagt er.

Daher sei Hilfiker nicht für ein Verbot, sondern dafür, die Bevölkerung auf das Thema zu sensibilisieren und eine Empfehlung abzugeben. Es gebe sicherlich einige Ausnahmen, aber: «Da glaube ich noch an den Menschen», sagt er. Ausserdem könne ein Verbot wie dieses kaum überprüft werden. «Sollen dann Polizisten alle Bäche kontrollieren und schauen, dass niemand ins Wasser geht?», fragt er. «Ein solches Verbot ist eigentlich nicht umsetzbar», sagt Silvan Hilfiker.

Ausgetrocknete Flüsse im Hitzesommer 2018:

Fokus: Langfristige Massnahmen

«Die Teilnehmer waren sich einig, dass das Hauptaugenmerk auf nachhaltige Massnahmen gelegt werden soll, um sich mittel- und längerfristig auf den Klimawandel einzustellen», so Norbert Kräuchi. Dies, weil kurzfristige Massnahmen nur sehr beschränkt wirken.

Einen grossen Stellenwert für eine erfolgreiche Anpassung an den Klimawandel werde die Sensibilisierung der Bevölkerung und der Politik einnehmen. «Das Jahr 2018 hat meines Erachtens viel bewirkt. Ich denke da insbesondere an die Klimastreiks der Schülerinnen und Schüler», so Kräuchi. «Sie sind sich bewusst, dass der Klimawandel ein Experiment ohne Kontrolle ist, das ihre Zukunft mitbestimmt.»

Den Fischen geht die Luft aus

Den Fischen geht die Luft aus

Juli 2018: Weil die Sissle fast ausgetrocknet ist, kämpfen die Fische ums Überleben. Nun werden sie in einer Rettungsaktion umgesiedelt.

Die Abteilung Landschaft und Gewässer hat mit anderen Fachstellen und Verbänden im Januar mehrere Projekte gestartet, etwa «Landwirtschaft und Bewässerung im Klimawandel – Anpassung als Chance!» oder «Hitzeangepasste Siedlungsentwicklung in Agglomerationsgemeinden».

Prioritär seien allerdings die kurzfristigen Massnahmen anzugehen, welche ihre Wirkung bereits in einem allfälligen Hitzesommer 2019 entfalten könnten. «Zu den kurzfristigen Notmassnahmen in einem zukünftigen Hitzesommer gehört das Schaffen von tieferen und somit kühleren Stellen im Mündungsbereich der Bäche in die Flüsse», sagt Kräuchi.