Tierschutz

Kastration als Erfolgsmodell: Zahl der verwilderten Katzen wird eingedämmt

An der Aktion zur Katzen-Kastration wurden dieses Mal insgesamt 443 Tiere kastriert.

An der Aktion zur Katzen-Kastration wurden dieses Mal insgesamt 443 Tiere kastriert.

Im Fokus der Jahresversammlung der Aargauer Tierärzte stand der Tierschutz. Laut der Präsidentin des Aargauer Tierschutzvereines werde die Arbeit des Vereins immer schwieriger und die Probleme immer komplexer.

Es braucht das tägliche Engagement zum Wohle der Tiere. Dies ist die Kernbotschaft, die Astrid Becker, Präsidentin des Aargauer Tierschutzvereines ins Zentrum ihres Referates stellte. Eingeladen hatte sie der Verein Aargauer Tierärztinnen und Tierärzte VAT zu seiner Jahresversammlung in Lupfig.

Seit 150 Jahren engagiert sich der Aargauische Tierschutzverein (ATS) intensiv und vielschichtig für das Wohl der Tiere. Die Zahlen sind eindrücklich: 3280 Meldungen über Findel- und vermisste Tiere im Rahmen der Kantonalen Meldestelle, rund 180 Tierschutzfälle mit insgesamt 1700 Tieren und fast 600 Tiere, die erfolgreich platziert werden konnten. Diese Jahresbilanz präsentierte Astrid Becker in ihrem Referat an der Versammlung der Aargauer Tierärztinnen und Tierärzte.

Bereits zum 23. Mal führte der Tierschutzverein in Zusammenarbeit mit Tierarztpraxen eine Aktion zur Katzen-Kastration durch. Diesmal wurden insgesamt 443 Katzen kastriert. Das im Aargau durch den ATS gestartete Projekt hat sich zu einem schweizweiten Erfolgsmodell entwickelt und viel dazu beigetragen, die Zahl der herrenlosen, teilweise verwilderten Katzen in der Schweiz einzudämmen.

Basierend auf der guten Zusammenarbeit mit der Tierärzteschaft, dem Kantonalen Veterinärdienst und der Polizei hat der ATS weitere Pläne. Auf der Agenda stehen die Ausarbeitung einer neuen Leistungsvereinbarung mit dem Kanton, die Weiterarbeit am Kastrationsgesetz und die Evaluation der Tierheimerweiterung. Die Arbeit des Vereins, so Astrid Becker – werde immer schwieriger und die Probleme immer komplexer.

Tierschutz zunehmend im Fokus der Öffentlichkeit

Der Tierschutz ist auch für den Aargauischen Veterinärdienst ein ständiges Thema. Darüber informierte Kantonstierärztin Barbara Thür ihre Berufskolleginnen und -kollegen. Mit der promovierten Tierärztin Melanie Kocher als Leiterin ist ein kompetentes Team Anlaufstelle für alle Tierschutzfragen bei Heim- und Wildtieren.

Hier werden neu auch Fälle von illegalen Hunde- und Katzenimporten bearbeitet. Sie sind vor allem wegen des Tollwutrisikos ein grosses Thema, wie ein Beitrag im Nachrichtenmagazin «10vor10» des Schweizer Fernsehens am Dienstag zeigte. Aber auch bei den Nutztieren und beim Schlachten wird der Tierschutz laufend überprüft, wie die Kantonstierärztin an der Versammlung darlegte.

Ein weiteres Grossprojekt im Kanton ist die Notfallplanung für den Seuchenfall. Im Hinblick auf die drohende Gefahr durch die Afrikanische Schweinepest wird die bestehende Notfallplanung in Zusammenarbeit mit den Jägern und Bauern überarbeitet und angepasst. Dies sind auch Themen an der kommenden jährlichen Weiterbildungs- und Infoveranstaltung, die der Veterinärdienst für die praktizierenden Tierärztinnen und Tierärzte durchführt. (ib)

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