Gontenschwil
Kapo entschuldigt sich nach Drögeler-Gerücht nicht bei betroffener Familie

Der 14-jährige Gontenschwiler, der durch eine Mitteilung der Kapo Aargau als Drögeler beschuldigt wurde, war unschuldig. Die Kapo zog aus dem Fall Konsequenzen, entschuldigt hat sie sich bei der Familie aber nie.

Sarah Künzli
Merken
Drucken
Teilen
Drogenschnelltests zeigen innerhalb weniger Minuten, ob ein Autofahrer – wahrscheinlich – Drogen konsumiert hat.

Drogenschnelltests zeigen innerhalb weniger Minuten, ob ein Autofahrer – wahrscheinlich – Drogen konsumiert hat.

Keystone

«Wenn man herumerzählt, dass jemand Drogen nimmt, bleibt das bei den Leuten hängen. Egal, ob es stimmt oder nicht», sagt der Vater des 14-Jährigen, dessen Image durch durch eine Medienmitteilung der Kapo Aargau gelitten hatte.

Sein Drogenschnelltest fiel fälschlicherweise positiv aus und dieses Resultat wurde ohne auf die Ergebnisse von Blut- und Urintest zu warten, veröffentlicht (die az berichtete).

Keine Entschuldigung von der Kapo

«Die Mutter eines Mitschülers meines Sohnes hatte sogar an die Schule geschrieben, es sei eine Zumutung, dass ihr Sohn mit einem Drögeler in der Klasse sein muss» sagt der Vater des Jungen. Seine Unschuld ist bewiesen, das Gerücht bleibt an ihm haften.

Entschuldigt habe sich die Kapo bei dem Jungen und seiner Familie aus Gontenschwil aber nie. «Uns wurde immer wieder gesagt, solche Mitteilungen seien Standart. Dafür müsse man sich nicht entschuldigen.» Die Kapo hätte auch auf eine öffentliche Richtigstellung des Falles verzichtet. Die Kapo Aargau konnte dazu noch nicht befragt werden.

Solange Drogentests nicht 100-prozentig sicher seien, solle man solche Nachrichten auch nicht veröffentlichen, ist für den Vater klar. «Da kann man gerade so gut darum würfeln.»

Mit den Konsequenzen teilweise zufrieden

Doch die Polizei zieht Konsequenzen aus dem Vorfall. Bei der Beantwortung einer Interpellation von Grossrat Adrian Meier wurde bekannt, dass bei Jugendlichen unter 16 Jahren in Zukunft keine Angaben zu Drogenschnelltests und Blut- und Urinproben mehr gemacht werden.

In Zukunft soll auch explizit erwähnt werden, dass Führerausweisentzüge bei Verdacht auf Drogen- oder Medikamenteneinfluss von vorläufiger Natur seien.

Adrian Meier ist damit teilweise zufrieden. «Ich hätte mir einen Schritt mehr gewünscht. Man sollte am besten auf die ganze Kommunikation verzichten.» Dass sich die Kapo nicht entschuldigt hätte, fände er nicht gut. Aber wenigstens bedaure der Regierungsrat die Unannehmlichkeiten für die Betroffenen.

«Wir haben mit der Gegendarstellung unser Ziel erreicht», sagt der Vater des Jugendlichen. Auch wenn sich die Kapo nicht bei ihnen entschuldigen will, wollen sie einen Haken unter die ganze Geschichte setzen.