Grosser Rat
Kantonale Schule für Berufsbildung erhält nicht mehr Mittel

Der Grosse Rat hat es im Rahmen des Budgetdebatte 2013 nach längerer Debatte mit 66 : 55 Stimmen abgelehnt, die Beiträge pro Lernenden für die Kantonale Schule für Berufsbildung zur Berufsvorbereitung von 14 056 auf 14 593 Franken zu erhöhen.

Mathias Küng
Merken
Drucken
Teilen
Kantonale Schule für Berufsbildung erhält nicht mehr Mittel

Kantonale Schule für Berufsbildung erhält nicht mehr Mittel

Oliver Menge

In der Debatte beantragte die Fachkommission Bildung, Kultur und Sport (BKS) eine Erhöhung des Lektionenfaktors an der Kantonalen Schule für Berufsbildung (KSB) auf das Schuljahr 2013/14 von 2,5 auf 2,7. Konkret wären das 14 593 Franken gewesen. Demgegenüber wollte die Regierung nur 14 046 Franken pro Lernende/n einsetzen. Die Kommission Aufgabenplanung und Finanzen (Kapf) schloss sich laut Kommissionspräsident Heinrich Schöni (SP) dem tieferen Regierungsantrag an.

Dubach: Bogen wird überspannt

In der Debatte machte sich Manfred Dubach (SP) für eine Erhöhung stark: die Kantonale Berufsschule habe eine grosse Lücke geschlossen. Die Kosten pro Schülerin und Schüler seien schon mehrfach gesenkt werden. Doch jetzt werde der Bogen überspannt. Bei Klassengrössen mit 22 - 23 Jugendlichen sei der Erfolg ernstlich in Frage gestellt. Da fehle die Zeit, mit den Jungen gute Lösungen zu finden. "Diese Menschen drohen an den Rand der Gesellschaft gedrängt zu werden." Das werde dann später oft teurer. „Wir dürfen nicht erst reagieren, wenn der Schaden schon angerichtet ist." Unterstützung gab es von GLP und Grünen.

Stöckli: Schulkonzept überarbeiten

Anders tönte es auf der rechten Ratsseite. Namens der SVP sagte Milly Stöckli, das Schulkonzept solle überarbeitet und angepasst werden. Viele Schüler seien oftmals der deutschen Sprache nicht mächtig. Diese Problematik sei separat zu lösen. Die SVP trage den regierungsrätlichen Antrag mit.

Theres Lepori erinnerte namens der CVP an den Auftrag dieser Schule. Sie müsse Jugendliche, die den Übertritt von der Volks- in eine weiterführende Schule nicht geschafft haben, durch individuelle Förderung auf diesen Wechsel vorbereiten: „Falls Jugendliche auf dieser Stufe nicht aufgefangen werden können, ist die Chance gross, dass sie in der Sozialhilfe landen."

Matthias Jauslin (FDP) meinte, diese Schule mache einen sehr guten Job, aber auf Sparflamme, weil der Lektionenfaktor auf 2,5 reduziert worden ist: „Wenn wir diesen jungen Leuten wirklich eine Perspektive geben wollen, dürfen wir nicht reduzieren, sondern wieder auf 2,7 erhöhen." Er bat den Rat, zu beachten, dass diese Schule nur ein Jahr dauert, und jedes Jahr 900 Ein- und auch wieder Austritte hat. Die Lehrpersonen seien hier extrem gefordert.

Hürzeler verteidigt Regierungsantrag

Bildungsdirektor Alex Hürzeler kämpfte beredt für den Antrag von Regierung und Kapf. Er verwies darauf, dass die Schule die Politik schon mehrfach beschäftigt hat. Die Politik habe die beschlossene Senkung des Lektionenfaktors auf 2,5 schrittweise umgesetzt. Gespräche hätten ergeben, dass er ursprünglich zu grosszügig gewesen sei. Der Faktor 2,5 sei vertretbar, eine Erhöhung zurzeit nicht angezeigt. Der Bildungsdirektor verwies auf die verstärkten Integrationsprogramme, etwa aufgrund der Asylthematik.

Das Hauptelement, die Schüler auf die Berufsausbildung vorzubereiten, sei nach wie vor die Volksschule. Wenn der Rat schon wieder eine Erhöhung beschliesse, werde schon in einem Jahr die grosse Herausforderung sein, diese aufgrund der laufenden Analyse womöglich schon wieder kürzen zu müssen. Hürzeler fand Gehör. SVP, FDP (ohne Matthias Jauslin), SD und einzelne CVP- und BDP-Vertreter stimmten für den Regierungsantrag. SP, Grüne, GLP und EVP unterlagen mit dem Wunsch nach einer Erhöhung der Mittel.