Im vergangenen Dezember sorgte der Skandalarzt aus Berikon für Schlagzeilen, nachdem es lange Zeit ruhig um ihn war: Wie «TeleM1» berichtete, soll seine Firma dem Ärztezentrum Mutschellen Rechnungen in der Höhe von über einer Million Franken nicht bezahlt haben. Dabei handle es sich vor allem um Versicherungsleistungen für Angestellte, Steuern und berufliche Vorsorge. Jetzt schreitet der Kanton ein: Gesundheitsdirektorin Franziska Roth reicht Strafanzeige gegen Malm ein.

Skandalarzt Ingo Malm arbeitet wieder

Skandalarzt Ingo Malm arbeitet wieder

«Nachdem das Departement für Gesundheit und Soziales Hinweise erhielt über allfällige unerlaubte ärztliche Handlungen von Ingo Malm ist Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet worden», sagt Roth gegenüber «TeleM1».

Dass Ingo Malm dem Aargau auf der Nase herumtanze, sei die Schuld des Kantonsarztes Martin Roth, sagt die SVP. Der Aargauer Fraktionspräsident Jean-Pierre Gallati sagt: «Wir haben kein Problem mit Herrn Malm, sondern mit der Aufsicht über die Ärzte im Kanton. Konkret mit dem Kantonsarzt, der seinen Job nicht macht.»

Die SP fordert Konsequenzen: «Die Bevölkerung muss geschützt werden vor diesem sogenannten Arzt», sagt die Aargauer Fraktionspräsidentin Kathrin Scholl. So soll verhindert werden, dass Patienten einem Mauschler in die Hände fallen, sagt sie. Er müsse so schnell wie möglich weg. 

In sein Heimatland nach Deutschland kann er aber wohl nicht so einfach ausgeschafft werden, sagt der Aarauer Rechtsanwalt Rudolf Studer: «Eine Ausschaffung von Malm aus der Schweiz kann ich mir nur vorstellen, wenn ihn ein Gericht wegen schwerwiegenden Delikten zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilen würde.»

Der Fall liegt nun bei der Staatsanwaltschaft, die das Verfahren gegen Ingo Malm eröffnet hat. (sga)

Skandalarzt Malm wütet weiter

Skandalarzt Malm wütet weiter

Trotz Arbeitsverbot im Aargau gibt es Hinweise, dass Skandalarzt Ingo Malm wieder selber praktiziert. Was dagegen tun? Haben die Behörden versagt?