Regierungsrat
Kanton will nicht für grössere Fussballplätze zahlen – das bringt kleine Clubs in Not

Ab der Saison 2018/19 dürfen auf Fussballplätzen, die kleiner als 90 mal 45 Meter sind, keine Meisterschaftsspiele mehr stattfinden. Der Regierungsrat will betroffene Clubs bei der Vergrösserung der Felder nicht zusätzlich finanziell unterstützen.

Fabian Hägler
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Auch der FC Suhr gerät mit der neuen Regelung über die Platzgrösse unter Zugzwang. (Archiv)

Auch der FC Suhr gerät mit der neuen Regelung über die Platzgrösse unter Zugzwang. (Archiv)

Alexander Wagner

In sechs Aargauer Gemeinden ist der Fussballplatz kleiner, als es der Verband erlaubt: Wenn die Clubs in Holderbank, Obersiggenthal, Buchs, Merenschwand, Suhr und Würenlingen ab der Saisons 2018/19 weiterhin Wettspiele auf ihren Feldern austragen wollen, müssen sie die Plätze vergrössern.

Grund ist eine Regelung des Aargauischen Fussballverbands (AFV), der für die Felder ab 2018 eine Mindestgrösse von 90 mal 45 Meter verlangt.

Kritisch ist die Situation in Holderbank und Obersiggenthal, dort sind die Hauptspielfelder zu klein. In Buchs, Merenschwand, Suhr und Würenlingen müssten lediglich die Nebenplätze vergrössert werden.

Für die betroffenen Vereine und Gemeinden sind die nötigen Platzausbauten mit beträchtlichen Kosten verbunden. Daran will sich der Kanton allerdings nicht stärker als bisher beteiligen, wie der Regierungsrat in seiner Antwort auf die Interpellation von acht Grossräten schreibt.

Die Regierung erachtet die heutige Regelung, wonach bis zu 200‘000 Franken pro Anlage aus dem Swisslos-Sportfonds ausgerichtet werden können, als angemessen. Eine höhere Unterstützung sei nur möglich, wenn die Sportanlage eine regionale Bedeutung hat oder der Kanton an der Trägerschaft beteiligt ist.

Der Regierungsrat verweist zudem auf die Sportplatzkommission des AFV, die Gemeinden und Fussballvereine bei der Erstellung oder Sanierung von Plätzen berät. Deshalb bestehe „für den Kanton kein Handlungsbedarf für eine aktive Rolle“, schreibt die Regierung.

Im vergangenen Jahr wurde der Aargauer Fussball mit gut 980‘000 Franken aus dem Swisslos-Sportfonds unterstützt. Mit diesen Beiträgen wurden nicht nur Projekte für Fussballplätze finanziert, sondern auch Nachwuchsförderung, Trainer- und Schiedsrichterausbildung und die Anschaffung von Sportmaterial gefördert.