Alternativantrieb

Kanton will mehr Elektroautos kaufen – doch es gibt Ausnahmen

Mehr Elektroautos könnten einen Beitrag zur CO2-Reduktion leisten.. (Symbolbild)

Mehr Elektroautos könnten einen Beitrag zur CO2-Reduktion leisten.. (Symbolbild)

In den letzten drei Jahren hatten nur 5 von 73 Fahrzeugen, die im Aargau angeschafft wurden, einen Alternativantrieb. Das soll sich ändern.

Der Kanton sei gewillt, «bei künftigen Beschaffungen Fahrzeuge mit alternativen Antrieben zu berücksichtigen». Das steht in der Antwort des Regierungsrats auf einen Vorstoss der Grünen zu den sogenannten Flottenfahrzeugen im Aargau. «Aktuell sind für die Jahre 2018/19 mehrere Beschaffungen von Elektrofahrzeugen geplant», schreibt der Regierungsrat weiter.

Die Antwort der Regierung zeigt aber auch: In den vergangenen drei Jahren war die Zahl der Fahrzeuge mit Alternativantrieb, welche der Kanton beschaffte, relativ gering. 2015 bis 2017 kaufte der Kanton insgesamt 73 Fahrzeuge, 68 davon hatten einen Diesel- oder Benzinmotor. Im gleichen Zeitraum wurden zwei Elektro- und drei Hybridfahrzeuge angeschafft. Der Anteil der Fahrzeuge mit Alternativantrieb lag damit bei knapp 7 Prozent.

Polizei erhält keine E-Autos

In ihrem Vorstoss wollten die Grünen wissen, ob der Regierungsrat ihre Meinung teile, «dass heute für fast alle Bereiche geeignete Elektrofahrzeuge zur Verfügung stehen». Die Regierung unterscheidet bei ihrer Antwort nach Einsatz der Fahrzeuge. Kein Thema sind Elektroautos bei der Polizei, wo es zuletzt am meisten Anschaffungen gab. Hier stünden Kriterien wie Einsatzbereitschaft und Reichweite im Vordergrund, deshalb habe man «in diesem Bereich bisher darauf verzichtet, alternative Antriebsarten einzusetzen», schreibt die Regierung.

Bei den Personenwagen stehen laut Regierungsrat «gute Varianten, insbesondere Elektrofahrzeuge, zur Verfügung, die bei künftigen Beschaffungen einzubeziehen sind». Der Anteil der Autos mit alternativen Antriebsarten solle vergrössert werden.

Bei den Nutzfahrzeugen stünden nur wenige Serienmodelle mit Alternativantrieb zur Verfügung. In diesem Bereich werde der Dieselmotor weiterhin eine wichtige Rolle einnehmen. Die Regierung hält fest, bei Anschaffungen sollten die neuesten Abgasstandards berücksichtigt werden.

Grundsätzlich weist die Regierung darauf hin, dass der grösste Anteil der Umweltbelastung nicht im Betrieb, sondern bei der Produktion und Entsorgung der Fahrzeuge entstehe. «Dieser Anteil ist bei Elektroautos erheblich höher als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor – und zwar umso höher, je grösser die Reichweite ist.» Für die Ökobilanz spiele es eine entscheidende Rolle, ob Strom aus erneuerbaren Quellen verwendet oder das Fahrzeug mit Biogas betrieben wird.

15 Prozent mit Elektroantrieb?

Elektrofahrzeuge fördern: Dieses Ziel verfolgen Bund, Kantone und Vertreter der Elektrizitäts- und Mobilitätsbranche mit einer gemeinsamen Roadmap. Diese wurde kürzlich an einem runden Tisch in Bern besprochen und soll helfen, den Anteil der Elektrofahrzeuge an den Neuzulassungen bis 2022 auf 15 Prozent zu erhöhen. Das ist ein hohes Ziel, heute liegt dieser Marktanteil bei lediglich 2,7 Prozent.

Auslöser für diese Bestrebungen sind die Vorgaben zu den CO2-Zielwerten für neu zugelassene Personenwagen. Die Senkung von 130 Gramm pro Kilometer auf 95 Gramm ab 2020 stellt die Autobranche vor Herausforderungen, mehr Elektroautos könnten einen Beitrag zur CO2-Reduktion leisten.

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