Geschichte

Kanton will grösste private Steinzeit-Sammlung zeigen

Werner Broglis Sammlung soll der Öffentlichkeit gezeigt werden. AZ/Archiv

Werner Broglis Sammlung soll der Öffentlichkeit gezeigt werden. AZ/Archiv

Die Fricktalisch-Badische Vereinigung für Heimatkunde beteiligt sich am Vorhaben der Kantonsarchäologie, die grösste Privatsammlung an Steinzeit-Artefakten der Öffentlichkeit zu zeigen.

«Vom Jura zum Schwarzwald» heisst die Jahresschrift der FricktalischBadischen Vereinigung für Heimatkunde, die 1925 gegründet wurde und die in Baden 110 und in der Schweiz 630 Mitglieder zählt. Gut und gerne 70 von ihnen konnte Präsident David Wälchli bei der 92. Jahresversammlung in der Stadthalle Laufenburg begrüssen. Der Rückblick auf die Aktivitäten 2016 und die Jahresrechnung war erfreulich.

Neue Homepage für Vereinigung

Für das laufende Jahr wurde eine Erneuerung der Homepage für 17 000 Franken beschlossen. Auch anderweitig gibt es eine Entwicklung: Die wissenschaftliche Jugend wünscht sich eine Digitalisierung der Jahresbände, die von der ETH Zürich übernommen wird. Die Fricktalisch-Badische Vereinigung ist mit rund 3000 Franken am Projekt beteiligt.

Vereinsmitglied Werner Brogli hat im Laufe seines Lebens zwischen Zeiningen und Möhlin nach Überresten der Menschen in der Steinzeit gesucht: Beile, Pfeilspitzen und Scherben. Der Bodenforscher gilt heute als ein profunder Kenner von prähistorischen Fundstücken. Schon seit 1981 leitet er die Bodenforschung der Fricktalisch-Badischen Vereinigung.

Kanton will Sammlung zeigen

Werner Broglis Sammlung – es ist wohl die grösste Privatsammlung in der Schweiz – wird jetzt der aargauischen Kantonsarchäologie übergeben, die sie inventarisieren und der Öffentlichkeit zeigen will. Zu dem Vorhaben mit 47 000 Franken trägt die Vereinigung 4000 Franken bei, wie mit Applaus beschlossen wurde.

Danach untersuchte der Historiker Hans Stadler-Planzer, der kürzlich eine dreibändige «Geschichte des Landes Uri» herausgegeben hat, die Habsburger, Werner von Homberg und die frühe Eidgenossenschaft. Dabei konzentrierte er sich auf Graf Werner (1283–
1320), dessen Stammburg Homberg oberhalb von Wittnau im Fricktal stand. Sein Vater Ludwig war mit Elisabeth von Rapperswil verheiratet, die sich in zweiter Ehe mit dem Habsburger der Laufenburger Linie verband, mit Graf Rudolf III.

Werner war ein vermögender Hochadeliger und ein kampferprobter Ritter, auch als Minnesänger bekannt, jedoch zugleich ein Konkurrent der mächtigen Habsburger. Man hatte Aversionen, doch der Graf suchte immer wieder die Nähe zur Königsfamilie.

Niedergang der Reichsgewalt

Heinrich VII., der erste deutsche König aus dem Hause Luxemburg, berief Werner zum Reichsvogt der Innerschweizer Waldstätte, wo sich schon Uri, Schwyz und Unterwalden verbündet hatten. Doch die Reichsgewalt ist zu dieser Zeit bereits schwach, die lokalen Adeligen und die Klöster verlieren gegenüber den bäuerlichen Allmende-Genossenschaften und den Landsgemeinden, die fortan regional für Recht und Ordnung sorgen.

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