Der Kanton Aargau sucht Möglichkeiten zur besseren Integration von Asylsuchenden aus Eritrea. Vertreter der Kantonsverwaltung und Gemeinden trafen sich zu einer Aussprache. Konkrete Entscheide wurden nicht gefällt. Eine Arbeitsgruppe des Kantons macht sich nun ans Werk.

Alle Teilnehmer der Aussprache seien sich einig gewesen, dass die Integration der Eritreerinnen und Eritreer aufgrund der verbreiteten Bildungsferne sowie ihres kulturellen Hintergrunds eine Herausforderung darstelle, teilte das kantonale Departement Gesundheit und Soziales (DGS) am Mittwoch mit.

Die meisten Eritreerinnen und Eritreer würden als Flüchtlinge oder vorläufig Aufgenommene dauerhaft oder zumindest für längere Zeit in der Schweiz bleiben, hält das DGS weiter fest.

Daher sei die Integration in die schweizerische Gesellschaft von besonderer Bedeutung. Es gehe um eine umfassende Integration, die auch schulische, soziale und berufliche Aspekte umfasse.

Eine Alternative bestehe jedoch nicht. Es müsse alles getan werden, damit die Integration langfristig gelinge und keine Parallelgesellschaften entstünden.

Hochuli fordert mehr Geld

Regierungsrätin Susanne Hochuli (Grüne) hatte unlängst vor einer eritreischen Parallelgesellschaft gewarnt und dafür auch von Seiten der SVP Lob geerntet. Hochulis Forderung: Massiv mehr Bundesgeld für die Integration. Statt 6000 Franken brauche es «mindestens viermal so viel Geld», sagte sie in einem Interview mit der «Schweizer Illustrierten».

An der Aussprache, an der auch Vertreter der 14 Gemeinden mit den meisten Menschen aus Eritrea dabei waren, erinnerte die Vorsteherein des Sozialdepartements daran, dass Integration als gesellschaftliche Aufgabe verstanden werden müsse.

SVP für Rückschaffung 

Die Aargauer SVP hält nichts von diesen Plänen und möchte die Asylsuchenden am liebsten nach Eritrea zurückschicken, anstatt zu integrieren. Denn diese seien nicht an Leib und Leben bedroht, heisst es in einer Stellungnahme der Partei. Es sei ist unmöglich, dass die Schweiz ganz Afrika bei sich aufnehmen und «ein Leben in Saus und Braus» finanzieren könne. Die Schweiz und ganz Europa sende aktuell «ganz falsche Signale» in die Herkunftsländer.

Keine Alternative 

Eine Arbeitsgruppe mehrerer kantonaler Departemente soll nun gemeinsam mit Gemeinden und weiteren Organisationen Konzepte und Ideen entwickeln, wie die Integration von Eritreerinnen und Eritreern beschleunigt werden kann. Die Teilnehmer waren sich darin einig, dass es keine Alternative zur Integration gibt. (sda/nch)

HIER geht es zum Kommentar von Rolf Cavalli zum Thmea Asylpolitk.