Eine Zahl gibt das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) nicht bekannt. Aber eine ungefähre Grössenordnung: Die Einsparungen würden sich im tiefen 7-stelligen Bereich bewegen, sagt Pia Maria Brugger, Leiterin Unterabteilung Asyl beim DGS. Der Kanton konnte also mindestens eine Million Franken sparen, weil er Personen aus dem Asylbereich letztes Jahr anders versichert hat.

Das Departement von Regierungsrätin Franziska Roth hat 2017 bei der Krankenkasse die Franchisen von erwachsenen und jugendlichen Asylsuchenden und Flüchtlingen von 300 auf 2500 Franken erhöht und konnte dadurch von tieferen monatlichen Krankenkassenprämien profitieren. Durch diese Sparmassnahme konnte das Budget entlastet werden, sagt Brugger. Das DGS hält deswegen auch dieses Jahr an den hohen Franchisen fest. Die Personen aus dem Asylbereich sind alle bei der Aquilana versichert. Der Kanton bezahlt für Erwachsene ab 26 Jahren monatlich 285.50 Franken, für Jugendliche bis 25 Jahre sind es 263.60 Franken pro Monat, für Kinder 103.20 Franken beziehungsweise 51.60 Franken ab dem dritten Kind. Gemeindevertreter kritisierten die höhere Franchise. Der Kanton gebe diese an die Gemeinden weiter, wenn Asylsuchende im laufenden Jahr einen B- oder F-Ausweis erhalten und bereits länger als fünf beziehungsweise sieben Jahre in der Schweiz sind. Gemeinden achten bei Menschen, die von der Sozialhilfe leben, darauf, dass diese die tiefstmögliche Franchise haben. «Alles andere rechnet sich für uns als Gemeinde nicht», sagte Urs Spillmann, Leiter Soziale Dienste in Wohlen.

Die medizinische Versorgung von Flüchtlingen kostete den Kanton 2016 rund 15,6 Millionen Franken (inklusive Zahnarztkosten). Das entspricht knapp einem Viertel (23,37 Prozent) des Gesamtaufwandes im Asylbereich, wie der Regierungsrat in seiner Antwort auf eine Interpellation schrieb. Asylsuchende und vorläufig aufgenommene Ausländer haben nur Anspruch auf Sicherung der Existenz. Das heisst: Notfallbehandlungen werden über die Krankenkasse abgerechnet. Alles, was darüber hinausgeht, muss erst vom Kantonalen Sozialdienst bewilligt werden.