Die mobilen Deichsysteme, die Zofingen erhalten hat (siehe unseren Artikel), gleichen den Beaver-Elementen, die bei Hochwasser entlang von Aargauer Flüssen aufgebaut werden.

Das Kantonale Katastrophen-Einsatz-Element verfügt laut Dieter Wicki, Leiter der Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz, momentan über 1750 Meter mobile Hochwassersperren des Systems Beaver. Fertig vorbereitete Einbaupläne bestehen für zehn Orte im Aargau.

«Die mobilen Hochwassersperren sind aber nicht nur für vordefinierte Stellen entlang der Fliessgewässer vorgesehen, sondern können bei Unwettern lagegerecht überall im Aargau eingesetzt werden», erläutert Wicki. So seien sie zum Beispiel 2016 bei einem Unwetter in Othmarsingen und Birr verwendet worden.Wenn solche Mittel eingesetzt werden, ist schon die dritte von vier Stufen im kantonalen Hochwassermanagement erreicht. Im aktuellen Controllingbericht des Kantons sind die vier Tätigkeitsfelder aufgelistet:

  1. Hochwasser-Vorsorge: Es soll nur dort gebaut werden, wo keine oder geringe Gefährdungen auftreten.
  2. Wasserbau: Falls nötig, müssen bestehende Gebäude durch Objektschutzmassnahmen und überbaute Gebiete durch übergeordnete Hochwasserschutzmassnahmen wie Rückhaltebecken geschützt werden.
  3. Hochwasser-Abwehr: Im Ernstfall regeln Einsatzdispositive und Notfallplanungen die Einsätze von Feuerwehr oder Katastrophenschutz zur rechten Zeit am rechten Ort.
  4. Hochwasser-Folgen: Kommt es zu Schäden, greifen als letztes Glied in der Kette die Versicherungen (Elementarschadenversicherung und private Versicherungen). Die Gebäudeversicherung tritt nicht nur als Akteur im Schadenfall auf, sondern beteiligt sich aktiv an der baulichen Vorsorge.

Hochwasserschutz ist ein wichtiges Element in der kommunalen Nutzungsplanung, die kantonale Gefahrenkarte muss darin umgesetzt werden. In 15 Gemeinden weist die Karte laut dem Controllingbericht des Kantons keine oder kaum Flächen mit Schutzdefizit auf.

Eine Umsetzung der Gefahrenkarte erübrigt sich dort. In 77 Gemeinden war Ende 2018 die Umsetzung schon rechtskräftig, in 108 Gemeinden lief der Planungsprozess, lediglich zwölf Gemeinden hatten damit noch nicht begonnen.

Auch die Aargauische Gebäudeversicherung hat ihre Bemühungen zur Vermeidung von Hochwasserschäden verstärkt. Vor zehn Jahren wurde nur jeder 15. Bauversicherungsantrag vertieft auf das Überschwemmungsrisiko hin geprüft, im letzten Jahre waren es bereits rund 60 Prozent. Ausserdem gewährte die Versicherung im letzten Jahr bei 114 Gebäuden finanzielle Beiträge zum Schutz gegen Hochwasser.

Insgesamt wurden 966 000 Franken gesprochen – der höchste Beitrag seit Einführung des Elementarschadenfonds 2008. Hauptgrund dafür sind die Schutzmassnahmen, die nach den Überflutzungen im Raum Zofingen vom 8. Juli 2017 umgesetzt wurden.