Für den Kanton besteht nach wie vor die Möglichkeit, auf den eigenen Seen das Kitesurfen zu verbieten oder auf einzelne Seen einzuschränken. Wird ein Verbot erlassen, so muss diese Entscheidung gut begründet werden.

Bisher mussten die Aargauer Kitesurfer auf den Silvaplanersee im Engadin ausweichen. Bald schon könnten erste Kitesurfer auf dem Hallwilersee ihre Runden drehen.

«Der Kanton muss das Kitesurfen auf dem Hallwilersee nun vertieft prüfen», sagt Samuel Helbling, Sprecher des Departements für Volkswirtschaft und Inneres gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF.

So brauche es zum Kitesurfen eine gewisse Windstärke, wie auch genügend Platz. Für die Abklärungen würden auch die diversen Anspruchsgruppen angehört.

Naturschützer begrüssen Verbot

Schon im Interview vom Juni 2013 sagte Felix Bürgi von der Swiss Sailing School in Tennwil gegenüber der az, dass es bestimmt keinen Ansturm von Kitesurfern geben werde. Die Bedingungen am Hallwilersee seien für Kitesurfer nicht ideal. «Es stören die Bäume und das viele Schilf am Ufer», erklärte Bürgi.

Erste Forderungen stellen die Naturschützer. Rund um den See befinden sich viele Schutzgebiete. Kathrin Hochuli, Geschäftsführerin von Bird Life Aargau, dem kantonalen Verband der Naturschutz- und Vogelschutzvereine gesagt gegenüber Radio SRF, sie fordere einen Mindestabstand von 300 Metern zu den Schutzzonen am Ufer.

Durch das unruhige Segel der Kitesurfer würden sich die Vögel stärker gestört fühlen, als durch Ruderer oder Segler, so Hochuli. (AZ)