Kanton gewährt viel weniger Stipendien als erwartet

Regierung will Bewirtschaftung der Darlehen nicht auslagern.

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Aargauer Studierende müssen seit 2018 einen Drittel ihres ­Stipendiums von höchstens 16000 Franken pro Jahr beim Kanton als Kredit aufnehmen. Nur 890 Personen haben bislang gemäss Angaben des Kantons ein Darlehen bezogen – weit weniger Studierende als erwartet.

Von den 2050 Stipendiaten bezogen in den letzten zwei ­Jahren nur 43 Prozent ein Darlehen – die Regierung war nach Vergleichen mit anderen Kan­tonen von 67 Prozent ausge­gangen, wie aus einem am Freitag publizierten Bericht hervorgeht. Seit August 2018 gilt im Aargau das sogenannte Splittingmodell. Ausbildungsbeiträge an Studenten auf der Tertiärstufe werden zu zwei Dritteln als Stipendium und zu einem Drittel als freiwillig zu beziehendes zinsloses Darlehen gewährt. Das Volk hatte die umstrittene Revision des Gesetzes über Ausbildungsbeiträge im März 2018 mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 61,1 Prozent gutgeheissen. Der Aargau belegt im Stipendienwesen seither den letzten Rang der Kantone. Ein ähnliches Splittingmodell kennen unter anderem die Kantone Bern, Luzern, Obwalden, Uri und Tessin.

Bewirtschaftung soll beim Kanton bleiben

Das Aargauer Kantonsparlament verpflichtete den Regierungsrat mit einem von der FDP-Fraktion eingereichten Postulat, die Auslagerung der Bewirtschaftung von Studiendarlehen an einen externen Dienstleister zu prüfen. An­zustreben sei eine Lösung, welche die Bewirtschaftungskosten der Verwaltung unterschreite. Die Regierung ist dagegen. Der Aufwand für die Bewir- tschaftung der Darlehen sei erheblich tiefer als vor drei Jahren erwartet, heisst es im Bericht weiter. Der Regierungsrat stützt sich auf eine externe Unter­suchung.

Zudem habe das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) mit einer Digitalisierungsstrategie erhebliche Effizienzvorteile erzielt. Mit der Auslagerung der Darlehensbewirtschaftung an einen Drittanbieter würden auch neue Schnittstellen entstehen. (sda)