Die Idee hatte FDP-Grossrätin Jeanine Glarner Anfang März während der Spardebatte: Der Kanton könnte doch die schönen Autonummern seiner Fahrzeuge versteigern, wie es das Strassenverkehrsamt (STVA) seit 15 Jahren mit tiefen oder originellen Kontrollschildern tut. Das dürfte einen namhaften Beitrag zur Entlastung der Kantonskasse leisten, argumentierte Glarner in ihrer Interpellation.

Die Regierung hat diese nun nicht nur beantwortet, sondern zugleich beschlossen, dass der Kanton sich von 130 vier- und fünfstelligen Nummernschildern trennen wird. Basierend auf den durchschnittlichen Erträgen bei Versteigerungen des STVA, wird der Ertrag auf rund eine halbe Million Franken geschätzt. Um die Preise nicht zu drücken, sollen die Schilder allerdings gestaffelt unter den Hammer kommen. Schweizweit haben bisher nur sieben Kantone ihre eigenen Nummern veräussert.

219 ein- bis fünfstellige Autonummern besitzt der Kanton heute insgesamt; 151 gehören der Staatsverwaltung, 68 den verselbstständigten, öffentlich-rechtlichen Institutionen, über welche die Regierung nicht verfügen kann. Nur 21 tiefe Autonummern - mit einem Ertragspotenzial von rund 300 000 Franken - will der Kanton behalten, fast ausschliesslich für die Kantonspolizei (19). Warum aber ausgerechnet Polizeiautos, welche offensichtlich als solche wahrgenommen werden können, spezielle Nummernschilder benötigen, begründet die Regierung nicht.

Potenzial nicht ausgeschöpft

Seit 1999 werden im Aargau bis zu fünfstellige Schilder nicht mehr einfach abgegeben, sondern vom Strassenverkehrsamt versteigert - heute laufend per Internet-Auktion. Seither hat der Kanton so mit rund 3500 Nummernschildern fast 10 Millionen Franken verdient - zuletzt eine Mil lion jährlich. Den Rekordertrag erzielte 2000 ein zweistelliges Nummernschild, der Käufer blätterte satte 70 000 Franken hin.

Zuzüglich jener Schilder, die gegen eine Gebühr von 125 Franken übertragen werden, erhöht sich der jährliche Ertrag auf über zwei Millionen. Allerdings können Autonummern von 1 bis 10 000 nur in der Familie übertragen werden. Alle übrigen Nummern - auch tiefe - sind frei übertragbar, was das Geschäft mit Autoschildern für Private ermöglicht.

Somit verschenkt der Kanton sein Ertragspotenzial. Beispiel: AG 11 111 liesse sich sicherlich gut verkaufen - legal. Das Geld würde jedoch ins private Portemonnaie wandern. Der Kanton erhielte nur 125 Franken, die für die Bearbeitung der Abtretungserklärung dem neuen Halter belastet werden. Der Halter hat allerdings nur ein Nutzungsrecht, sodass der Kanton die Übertragung verbieten oder einschränken könnte. Der Nachbarkanton Solothurn verdient beispielsweise auch bei Übertragungen gut mit: 1500 Franken für eine vierstellige Nummer - entsprechend den Preisen für Wunschnummern.

Warum schöpft der Kanton Aargau also das Potenzial nicht aus? «Die Gebühr kann nicht erhöht werden», erklärt Sandra Olar, Mediensprecherin des zuständigen Departements, diese dürfe nur kostendeckend sein. Zudem verweist sie auf das fehlende Verkaufsrecht und erklärt nur: «Die heutige Praxis hat sich bewährt.»