Mobilität

Kanton Aargau ist für Pendler erstklassig – Aber wie lange noch?

Die Region Baden zieht im Aargau am meisten Pendlerströme an.

Die Region Baden zieht im Aargau am meisten Pendlerströme an.

Der Kanton Aargau ist in Sachen Erreichbarkeit Spitze. Das trägt dazu bei, dass Herr und Frau Schweizer nirgendwo lieber wohnen. Aber die Verkehrs-Infrastruktur kommt an ihre Grenzen. Seit 2008 steht man im Aargau mehr als doppelt so lange im Stau.

Der Kanton Aargau profitiert im Standortwettbewerb unter den Schweizer Kantonen von einer flächendeckend hohen Erreichbarkeit. Dadurch wird der Aargau zu einem der beliebtesten Wohn- und Standortkantone, wie die Regionalstudie 2013 der Neuen Aargauer Bank (NAB) ergab.

Für den Kanton Aargau sei deshalb wichtig, dass er langfristig und gezielt in die Verkehrsnetze investiere, sagte NAB-CEO Peter Bühlmann am Mittwoch vor den Medien in Aarau. Wenn der Aargau die Vorteile der Erreichbarkeit nutze, könne er seinen Spitzenplatz verteidigen.

Wichtig für Unternehmen und Privatpersonen

Dank der geografischen Nähe zu den Zentren Basel, Bern und Zürich sticht der Aargau laut der Studie auch flächendeckend mit einer hohen Erreichbarkeit hervor. Je höher die Erreichbarkeit, desto grösser sind aus Unternehmenssicht das Marktpotenzial und der relevante Arbeitsmarkt.

Für Privatpersonen ist eine gute Erreichbarkeit potenzieller Arbeitsstätten bei der Wohnortwahl ausschlaggebend. Was attraktiv ist, habe aber auch seinen Preis, wird in der Studie gewarnt. Erhöhe sich die Erreichbarkeit eines Standorts, schlage sich dies in der Regel in einem Anstieg der lokalen Immobilienpreise nieder.

Region Baden als Magnet

Derzeit pendeln täglich 100'000 Personen aus dem Aargau und 50'000 in den Aargau. Innerhalb des Kantons pendeln 200'000 Personen, wie Thomas Rühl, Co-Autor der Studie sagte. Grösstes inneraargauisches Arbeitsmarktzentrum und damit Anziehungspunkt der grössten Pendlerströme sei die Region Baden.

Die Erreichbarkeit werde im Aargau mittelfristig weiter steigen, was sich positiv in der Standortqualität niederschlagen werde, wird in der Studie prognostiziert. Gleichzeitig würden aber auch die Mobilitätsbedürfnisse zunehmen, was zu einer Aus- und Überlastung von Strasse und Schiene führen könnte.

Wo die Grenzen bei der Belastung von Strasse, Schiene und Wohnraum nach oben liegen, will die Studie nicht festlegen. Gemäss Co-Autor Rühl sind die Limiten je nach technischer Lösung der Verkehrs- und Wohnprobleme flexibel.

Platz fünf im CS-Kantonsranking

Die NAB-Regionalstudie ist eine lokale Weiterentwicklung des CS-Kantonsrankings. Im neusten, Ende September vorgestellten Ranking belegt der Kanton Aargau Platz fünf hinter Zug, Zürich, Basel-Stadt und Schwyz.

Weil zur Errechnung der Standortattraktivität neue Faktoren dazukamen, verlor der Aargau gegenüber dem Vorjahr zwei Plätze. Die sechs Aargauer Regionen befinden sich alle im vorderen Drittel dieser Hitparade.

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