Während die SVP-Sektion Kulm wegen prügelnder und rasender Parteimitglieder nicht zur Ruhe kommt, nähert sich die kantonale Parteispitze einem zweiten SVP-Regierungsratssitz um keinen Schritt. Zwar trafen sich am Donnerstagnachmittag die Parteistrategen Thomas Burgherr, Andreas Glarner, Pascal Furrer und Beat Unternährer zu einer Wahlausschusssitzung, Namen von Kandidaten wurden danach aber nicht verkündet.

Der Präsident der SVP Aargau, Thomas Burgherr, sagte nur so viel: «Wir sind nach wie vor mit verschiedenen Personen wegen einer allfälligen Kandidatur im Gespräch.» Auch mit Sylvia Flückiger bleibt die Kantonspartei im Gespräch.

Verzicht auf SGV-Präsidium

Obwohl sie bereits einmal abwinkte, ist eine Kandidatur Flückiger jetzt plötzlich also wieder ein Thema. Zwar wollte sich die Schöftler Nationalrätin nicht dazu nicht äussern, jedoch verzichtet sie auf eine Kampfkandidatur fürs Präsidium des Schweizerischen Gewerbeverbands (SGV). Das gab Sylvia Flückiger bekannt, nachdem die Gewerbekammer einstimmig Nationalrat Jean-François Rime aufs Kandidatenschild gehoben hatte.

«Es ist mir alles andere als leicht gefallen», sagte Flückiger etwas enttäuscht. Das Amt hätte sie sehr gereizt. Mit ihrem Rückzug vom Rennen um die SGV-Spitze wolle sie die Kandidatur von Partei-Kollege Rime nicht gefährden. Ihre Enttäuschung halte sich aber in engen Grenzen, so Flückiger weiter. «Ich bin voller Elan und werde der Politik weiterhin treu bleiben.» Doch noch ein versteckter Hinweis auf eine Kandidatur für einen Sitz in der Aargauer Kantonsregierung?

Viele Absagen

Die SVP-Geschäftsleitung will in den nächsten Tagen kommunizieren. Thomas Burgherr: «Der Kreis der Kandidaten ist geschlossen.» Die Ausgangslage erweise sich als schwierig, hätten doch viele geeignete Persönlichkeiten für eine Regierungsrats-Kandidatur abgesagt.

Mit dem gestrigen Tag sind die Chancen einer Kandidatur Flückiger trotzdem wieder gestiegen. Thomas Burgherr bleibt dabei: «Sylvia Flückiger wäre eine Top-Kandidatin und eine sehr gute Regierungsrätin.»