Herbert Strebel (CVP/ Muri, (Sprecher) und Matthias Jauslin (FDP/Wohlen) kämpften heute Vormittag erfolgreich dafür, dass sich die Kantonsregierung für die Schaffung einer regelmässigen, direkten und schnellen Aargauer Bahnanbindung für den Personenverkehr via Freiamt an das Jahrhundertbauwerk Neat einsetzen muss. Der Rat überwies ihren Auftrag nach angeregter Debatte mit 76:46 Stimmen an die Regierung.

Jauslin: Freiamt will keine Bummelstrecke

Die beiden wollen erreichen, dass die Reisezeiten auf dieser Achse, insbesondere in die Zentralschweiz und ins Tessin und umgekehrt in die Nordwestschweiz, massiv verkürzt werden, »sodass auch der bevölkerungsreiche Kanton Aargau aus diesem wichtigen Ausbauschritt des Schweizer Schienennetzes grösstmöglichen Nutzen ziehen kann.» Matthias Jauslin protestierte im Rat vehement, dass die SBB die Freiämter Linie offenbar auf lange Zeit als eine S-Bahn-Bummelstrecke betreiben wollen.

Unterstützt wurden sie von mehreren Grossräten, darunter vom pensionierten Zugchef SBB Lothar Brünisholz (SP/Zofingen), und vom Aarauer Stadtammann Marcel Guignard. Er verwies darauf, dass eine solche Verbindung auch das Nadelöhr Luzern entlasten würde.

SBB: Potenzial im Freiamt «klein»

Baudirektor Beyeler verwies darauf, dass das Angebot im Aargau in den letzten Jahren stark ausgebaut worden ist. Man kämpfe zudem für den Chestenbergtunnel, andere nötige Bauten und zusätzliche Verbindungen. Doch die SBB wollten die grossen Städte verbinden. Beyeler: «Wir kämpfen seit Jahren dafür, dass Aarau seine Fernzugshalte behalten kann.»

Beyeler: Goodwillzüge gibt es nicht

Die Idee des Auftrags könne die Regierung schon unterstützen. Doch es sei in der heutigen Zeit (wirtschaftlich) nicht machbar, mahnte er. Schon Lenzburg und Aarau seien aus SBB-Sicht frequenzmässig kritisch, da sei es Wohlen erst recht. Beyeler mahnte in Erwartung der Zustimmung des Rates zum Auftrag vorsorglich: «Machen Sie sich keine Illusionen, Goodwillzüge gibt es nicht.» Das gestern diskutierte Anliegen hat die Regierung bereits vor der politischen Verankerung im Richtplan an die SBB gestellt. Und blitzte ab. Jetzt muss sie erneut vorstellig werden. (MKU)