Die warme und feuchte Witterung zur Kernobstblüte hat in diesem Jahr zu optimalen Bedingungen für das Feuerbrand-Bakterium geführt. Dennoch kann die Kernobstbranche auf-atmen: Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden nur vier Birnen-Hochstämme mit Feuerbrand-Befall gemeldet, in den Gemeinden Schmiedrued, Zetzwil und Reinach. Hinzu kommt ein kleinerer Befall in einer Kernobstanlage in Reitnau, wie der kantonale Pflanzenschutzdienst vom Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg in einer Mitteilung schreibt.

Nach dem starken Befall vom letzten Jahr und den warmen Tagen am Auffahrtswochenende und insbesondere in der zweiten Maiwoche sei das Potential für Feuerbrand-Infektionen hoch gewesen. Ein starker Befall blieb aber aus, wie erste Kontrollen in den Hochrisiko-Gebieten im Süden des Aargaus festgestellt werden. Im August stehen noch weitere Kontrollen in verschiedenen Aargauer Gemeinden an. 

Erfolgreiches Projekt Hochstamm-Ersatzpflanzungen

Seit 2012 wird den Besitzern eines aufgrund von Feuerbrandbefall gerodeten Hochstammbaums kostenlos ein Jungbaum zur Verfügung gestellt. Diese Massnahme soll mithelfen, den für die Kulturlandschaft wichtigen Hochstammbestand im Aargau zu stabilisieren.

Aufgrund der vielen Feuerbrand-Befälle mussten im letzten Jahr 407 Hochstammbäume gerodet werden. Im Jahr zuvor waren es deren 18. Rund 90 Prozent dieser gerodeten Bäume wurden durch Jungbäume ersetzt. 

In diesem Jahr rechnet der kantonale Pflanzenschutzdienst damit, dass im Aargau keine Hochstammobstbäume wegen Feuerbrand gerodet werden müssen. 

Verwechslung mit Blütenmonilia

Die nasskalte Witterung während der Blüte des Kern- und Steinobsts in diesem Frühling hat zu einem starken Befall durch Blütenmonilia geführt. Als Folge dieser Pilzkrankheit sterben einzelne Blütenbüschel oder ganze Triebspitzen ab. Das Schadbild wird gemäss Behörden oft mit demjenigen des Feuerbrandes verwechselt.

Um Verwechslungen auszuschliessen, sollten verdächtige Pflanzen umgehend der für Feuerbrand verantwortlichen Person der Gemeinde gemeldet werden (Liste unter www.feuerbrand-ag.ch abrufbar). Wegen der grossen Verschleppungsgefahr dürfen verdäch-tige Pflanzen nicht berührt werden.

Die wichtigsten und am meisten verbreiteten Wirtspflanzen des Feuerbrandes sind: Apfel- und Birnbaum, Quitte, Weissdorn, Cotoneaster, Feuerdorn, Mehlbeere, Vogelbeere und Scheinquitte. (mgt/az)