Der Präsident des TCS Aargau, Thierry Burkart, begrüsst die Stossrichtung der regierungsrätlichen Vorschläge zur Ostaargauer Strassenentwicklung (Oase). Burkart präsidiert auch das ForumOstra, in dem TCS, ACS, Astag, Gewerbeverband sowie Industrie- und Handelskammer und viele Politiker für eine gute Erreichbarkeit der Region kämpfen.

Unterstützung findet bei Burkart der vom Kanton gewählte «pragmatische und zielgerichtete Weg» der Anbindung und Zusammenarbeit mit den Regionen.

Die vorliegenden Varianten seien «prima Vista interessant», bleibt Burkart inhaltlich unverbindlich. Jetzt müssten die Vorschläge genau analysiert und die Kosten errechnet werden.

Materiell sagt Burkart erst so viel: Er wünscht sich, dass «die Anbindung des unteren Aaretals ans Nationalstrassennetz noch etwas vertieft wird». Und hofft natürlich, dass der vom Kanton angestossene Prozess rasch fortgeführt wird. Am Schluss komme es nicht darauf an, wie viele Bauwerke erstellt werden, sondern, «ob das Ziel aufgrund einer guten Kosten-Nutzen-Analyse erreicht wird».

Ganz wichtig ist ihm, dass der Bund parallel zu den Ausbauten im Aargau die A1 sechsspurig ausbaut. Denn über 60 Prozent des A1-Verkehrs im Aargau sei Binnenverkehr.

Burkart: «Wenn die A1 völlig überlastet ist, weicht dieser Verkehr auf die Kantons- und Gemeindestrassen aus und belastet diese noch mehr. Genau das wollen wir nicht. Wir brauchen unbedingt auch in Zukunft eine hochleistungsfähige A1.»

VCS: Verzicht darf kein Tabu sein

Ganz anders tönt es beim Geschäftsführer des VCS Aargau, Micha Siegrist. Er verlangt eine «ganzheitliche Mobilitätsplanung statt Teer und Beton». Es seien «wirklich grundlegend unterschiedliche Varianten» zu prüfen.

Auch der Verzicht auf neue Strassen dürfe kein Tabu sein. Die vorgestellten Varianten seien «ausschliesslich verschiedene Strassenneubauprojekte». Öffentlicher Verkehr, Fuss- und Veloverkehr kämen nur «als Beigemüse zu einer neuen Strasse zum Zug», kritisiert er.

Damit verkenne der Kanton das grosse Potenzial des Langsamverkehrs. Und zwar gerade in der Region Baden mit ihrem hohen Anteil an Ziel- und Quellverkehr. Siegrist: «Mit einer Raumplanung, die dafür sorgt, dass die erwartete Bevölkerungsentwicklung nur in öV-mässig sehr gut erschlossenen Gebieten stattfindet, kann das Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr gefördert werden.»

Der VCS fordert ein ganzheitlicheres Vorgehen. Es seien auch Varianten zu prüfen, die ohne neue Strassen auskommen und auf Verkehrsvermeidung, die Umlagerung vom Auto auf den öffentlichen Verkehr und auf die entschiedene Förderung des Fuss- und Veloverkehrs setzten. Bald will der VCS mit einem «Manifest für eine Wende in der Verkehrspolitik» zeigen, wie er sich das vorstellt.