Preisüberwacher
Kaminfeger sind verärgert: Sie dürfen ihre Tarife nicht erhöhen

Im Kanton Aargau wird der Höchsttarif für Kaminfegerarbeiten nicht wie vom Regierungsrat geplant erhöht. Ein Kaminfeger kann für eine Arbeitsstunde weiterhin höchstens 79,80 Franken verlangen. Der Preisüberwacher pfiff den Regierungsrat zurück.

Fabian Hägler
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Kaminfegerinnen und Kaminfeger dürfen auch in Zukunft maximal 79,80 Franken pro Arbeitsstunde verlangen. (Symbolbild)

Kaminfegerinnen und Kaminfeger dürfen auch in Zukunft maximal 79,80 Franken pro Arbeitsstunde verlangen. (Symbolbild)

AZ

Vor sechs Jahren lag der Stundentarif der Aargauer Kaminfeger noch bei Fr. 76.80, 2009 wurde der Ansatz auf Fr. 79.80 pro Stunde erhöht. Eine weitere Tariferhöhung auf 84 Franken hat der Regierungsrat nun auf Empfehlung von Preisüberwacher Stefan Meierhans abgelehnt. Laut einer Mitteilung hat Meierhans die Anfang 2014 beantragte Erhöhung detailliert geprüft. «Seine Analyse zeigte auf, dass die Tarifanpassung nicht gerechtfertigt ist», heisst es am Donnerstag erschienenen, aktuellen Newsletter des Preisüberwachers. Meierhans führt auf Anfrage der az aus: «Aus meiner Sicht ist eine Tariferhöhung nicht gerechtfertigt, weil die tariflich relevante Kostensteigerung bereits mit der Anpassung 2009 abgegolten wurde.»

Ueli Lütolf, Präsident des kantonalen Kaminfegermeisterverbands, sieht dies anders: «Ich habe kein Verständnis für die Haltung des Preisüberwachers, da auch in unserer Branche die Kosten für Fahrzeuge, Maschinen und Administration gestiegen sind.» Zudem stehe die Forderung des kantonalen Kaminfeger- Gesellenverbandes nach einer zusätz-
lichen Ferienwoche im Raum. «Damit würden Mehrkosten entstehen, dementsprechend haben wir unsere Tarifforderung berechnet», hält Lütolf fest. Und er ergänzt, auch die Aargauische Gebäudeversicherung habe die höheren Kaminfegertarife unterstützt.

Der Preisüberwacher kontert, seine Abklärungen würden auf den bestehenden Kosten basieren. «Ich bin dagegen, Tarife auf Vorrat zu erhöhen», sagt Meierhans. Er ergänzt aber: «Sollte ein Kostenfaktor wie eine zusätzliche Ferienwoche Realität werden, müsste eine Erhöhung wieder geprüft werden.» Bevor die Kosten in die Kalkulation integriert werden dürften, müsse der Vertrag in Kraft treten, sagt er. Und Meierhans hält fest: «Es gibt auch Faktoren, die eine Effizienzsteigerung bringen: Der Aufwand für die Kontrolle und Reinigung moderner Feuerungen ist sicher niedriger als früher.»

Kaminfeger haben ein Monopol

Kaminfegerpräsident Lütolf akzeptiert den Entscheid des Regierungsrats zähneknirschend. Für ihn ist aber klar: «Wir werden einen neuen Tarifantrag einreichen müssen.» Im Kanton Aargau haben die Kaminfeger ein Monopol für die gesetzlich vorgeschriebenen Arbeiten. Der Regierungsrat legt den Höchsttarif für Kaminfegerarbeiten fest und ist für die Genehmigung einer Preiserhöhung zuständig. Dabei muss die Regierung vorgängig den Preisüberwacher anhören, in ihrem Entscheid dessen Stellungnahme anführen und begründen, wenn er dieser nicht folgt.