Höhere Nachfrage
Kältewelle: So viel mehr Strom verbrauchten die Aargauer in den letzten Tagen

In den letzten Tagen ist der Stromverbrauch im Aargau deutlich gestiegen – vor allem nachts.

Mathias Küng
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In den letzten Tagen haben die Aargauer deutlich mehr Strom verbraucht. (Symbolbild)

In den letzten Tagen haben die Aargauer deutlich mehr Strom verbraucht. (Symbolbild)

Keystone/GAETAN BALLY

Tagelang war die Schweiz im Griff eisiger Kälte, in den kommenden Tagen wird es besser. Letzte Nacht jedoch sanken die Temperaturen im Flachland nochmals auf bis minus 10 Grad. Die Kälte lässt den Energieverbrauch hochschnellen. Ueli Walther, Sprecher des Energieversorgers Axpo: «Alle verfügbaren Kraftwerke produzieren derzeit maximal.» Die Netzlast der Axpo sei im Vergleich zur Vorwoche, in der die Temperaturen noch etwas höher waren, tagsüber rund 10 Prozent und nachts rund 15 bis 20 Prozent höher.

Tagsüber werden die Werte laut Walther durch die zusätzliche Produktion von Solarenergie bei Sonnenschein gedämpft. Entsprechend der erhöhten Nachfrage seien auch die Marktpreise für Strom zeitweilig gestiegen. Ein Blick auf die europäische Strombörse in Leipzig zeigt, dass in diesen Tagen viel mehr zahlen musste, wer Strom wollte. Am 27. Februar waren es für die Schweiz über 9, gestern und heute immer noch über 8 Cent (oder über 9 Rappen) pro Kilowattstunde (kWh). Zum Vergleich: Ende August 2017 kostete der Strom an der Börse weniger als die Hälfte.

Kurzes Durchatmen

Die Schweizer Stromproduzenten machen schwere Jahre durch. Die Kältewelle der letzten Tage brachte etwas Linderung. Denn als Faustregel kann laut einer neuen Grafik der AEW Energie AG gelten, dass der schweizerische Wasserkraftwerkspark ab mindestens 6 Rappen Grosshandelspreis pro Kilowattstunde in den grünen Bereich kommt. Obwohl alle Kraftwerke auf dem Maximum laufen, sei kein Engpass bei der Füllung der Stauseen absehbar, sagt Ueli Walther. Der Füllungsgrad ist etwa im langjährigen Durchschnitt. Im Vergleich zum Vorjahr sind es laut Isabelle Wenzinger, Sprecherin von Swissgrid, gar 6 Prozent mehr. Zudem sind wieder steigende Temperaturen in Aussicht, die den Verbrauch und die Produktion auf ein tieferes Niveau bringen und damit auch die Preishausse voraussichtlich beenden werden.

Bis 70 Prozent AKW-Strom

Im Winterhalbjahr ist die Schweiz in grossem Umfang auf Importstrom aus dem Ausland angewiesen, da während dieser Zeit die inländische Stromproduktion den Bedarf nicht vollständig decken kann (zudem ist das AKW Beznau I seit längerem ausser Betrieb). Im Winter haben Kernkraftwerke typischerweise die höchste Verfügbarkeit und stellen etwa an klimatisch extremen Tagen im Januar sowie durchaus auch im Februar in einzelnen Teilen der Schweiz (dazu gehört die Nordwestschweiz) bis zu 70 Prozent der Stromproduktion sicher.

Schweiz ist aktuell Exporteurin

Die Schweiz importiert insbesondere in den Wintermonaten Energie aus Deutschland und Frankreich. Aufgrund der kalten Temperaturen ist Frankreich in den letzten Tagen zum Importeur geworden. Die Schweiz exportiert derweil seit Dienstag Energie, so Isabelle Wenzinger. In Frankreich stieg durch die Kältewelle die Last an (pro Grad Minus um 2,4 Gigawatt). Dies wirke sich auf die Preise aus, so Wenzinger, «sowohl in Frankreich als auch in der Schweiz. Aufgrund der steigenden Preise haben Schweizer Energieproduzenten mehr Energie produziert und in den letzten Tagen auch in Richtung Frankreich exportiert». Die Netzsituation sei aktuell stabil und unkritisch.

So viel kostet der Strom in den Aargauer Gemeinden: