Die Frau wurde im November 2013 als Zeugin in einem Strafverfahren befragt. Danach warf ihr die Staatsanwaltschaft vor, sie habe falsch ausgesagt. In der Folge wurde die Frau verhaftet und
erhielt einen Strafbefehl mit dem Vorwurf, vor Gericht gelogen zu haben.

Das Bezirksgericht Brugg sah es hingegen nicht als erwiesen an, dass die Frau eine Falschaussage getätigt hatte und sprach sie von Schuld und Strafe frei. Gleichzeitig gewährte das Bezirksgericht der Frau, die laut ihren Aussagen infolge der Verhaftung und Verurteilung einen psychischen Zusammenbruch erlitten und ihre Arbeitsstelle verloren hatte, eine Entschädigung von 25 900 Franken sowie eine Genugtuung von 10 200 Franken, beides zulasten der Aargauer Staatskasse.

Frau wurde sechs Monate nach der Verhaftung gekündigt

Dagegen erhob die Staatsanwaltschaft Berufung ans Obergericht, welches die Entschädigung auf 400 Franken reduzierte. Dabei bleibt es auch, nachdem das Bundesgericht nun eine Beschwerde der Frau abgewiesen hat. Zwar anerkannte das Bundesgericht anhand von eingereichten Unterlagen, dass der Frau sechs Monate nach der Verhaftung aufgrund der fortwährenden Arbeitsunfähigkeit gekündigt worden war. «Welcher Art die Erkrankung war und ob diese durch das Strafverfahren verursacht wurde, ergibt sich hingegen aus den erwähnten Dokumenten nicht.»

Es war deshalb nicht willkürlich, dass das Obergericht aufgrund der Beweismittel einen rechtserheblichen Zusammenhang zwischen dem Strafverfahren und der Beendigung des Arbeitsverhältnisses verneint hat, meint das Bundesgericht. Die Frau muss die Gerichtskosten für das Verfahren vor Bundesgericht in der Höhe von 2000 Franken bezahlen.