Juso-Transparanzinitiative
Juso-Präsident Antenen: «Wir haben im Abstimmungskampf ein Maximum herausgeholt»

Sascha Antenen, Präsident der Jungsozialisten Aargau, ist mit dem Achtungserfolg für die Transparenzinitiative zufrieden. Er kündigt an, dass die Juso in dieser Sache am Ball bleiben, sagt aber noch nicht wie.

Mathias Küng
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Sascha Antenen

Sascha Antenen

Tele M1

Herr Antenen, 44 Prozent Ja und 56 Prozent Nein sind ein Achtungserfolg für Ihre Initiative. Sind Sie vom Nein gleichwohl enttäuscht?

Sascha Antenen: Wir haben für eine Annahme gekämpft, das wäre natürlich besser gewesen. Aber es ist ein gutes Resultat, wir haben ein Maximum herausgeholt. Wir sind mit dem Resultat zufrieden. Dass es so gut herauskommt, haben wir schon im Abstimmungskampf bei Strassenaktionen im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern gespürt.

Haben Sie genug dafür getan?

Wir haben gemacht, was wir als Jungpartei konnten. Unsere Ressourcen sind beschränkt, wir konnten nicht so anrichten, wie es bei grossangelegten nationalen Kampagnen geschieht. Wir waren aber im öffentlichen Raum mit Plakaten präsent, auch auf Bahnhöfen.

Ein Bezirk sagte Ja, Rheinfelden. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Wir waren in Rheinfelden mit Aktionen präsent. Das waren wir aber in allen Städten. Was den Ausschlag gegeben hat, vermag ich noch nicht zu sagen, da müssen wir das Ergebnis genauer analysieren.

Hand aufs Herz: Die Initiative ist doch an der Teilforderung gescheitert, dass Kandidierende für öffentliche Ämter Einkommen und Vermögen hätten offenlegen müssen.

Das war umstritten und es wurde kritisiert, es ist aber Spekulation, ob deshalb ein Nein resultierte. Der hohe Ja-Stimmenanteil bedeutet ganz klar, dass den Leute mehr Transparenz in der Politik ein wichtiges Anliegen ist. Das zeigt auch, dass die Initiative fast überall 40 und Prozent der Stimmen erhalten hat. Unsere Initiative ist konsequent. Deshalb haben wir sie so formuliert. Wir stehen voll hinter ihr. Wir wollen nicht nur ein wenig, sondern wirkliche Transparenz.

Wie geht es jetzt also weiter?

Ich bin sicher: Ein Finanzierungsskandal in irgend einer Partei wird bei den nächsten eidgenössischen Wahlen 2015 nicht lange auf sich warten lassen. Wir werden in dieser Sache sicher wieder aktiv. Die Initiative war ja auch nur ein erstes Projekt.

Dann folgt bald eine abgespeckte neue Initiative?

Für uns Jusos ist klar: Zu echter Demokratie gehört in der Politik auch totale Transparenz. Daraufhin arbeiten wir weiter. Was wir als nächstes unternehmen, kann und will ich am Abstimmungssonntag aber noch nicht sagen.

Folgt ein neuer Transparenzvorstoss im Grossen Rat?

Wie gesagt, für eine konkrete Aussage, wie es weiter geht, ist es noch zu früh.