Sozialschmarotzer
Juso fordert Rücktritt von Bezirksrichter Biffiger – Er findet es «lachhaft»

Der ehemalige SVP-Grossrat Gregor Biffiger nennt auf Facebook den Namen des Beriker Sozialhilfebezügers. Jetzt fordert die Juso Biffigers Rücktritt als Bezirksrichter. Dieser hat nur ein müdes Lächeln übrig: «Lachhaft», sagt er.

Merken
Drucken
Teilen
«Lachhaft» sei die Forderung der jungen SP-ler.

«Lachhaft» sei die Forderung der jungen SP-ler.

Emanuel Freudiger

Die Juso Freiamt kritisiert den ehemaligen SVP-Grossrat Gregor Biffiger scharf und fordert seinen Rücktritt als Bezirksrichter. «Dreist» und «rücksichtslos» nennen sie das Vorgehen des «selbst ernannten Sheriffs von Berikon».

Anlass für die heftige Kritik ist ein Facebook-Eintrag Biffigers. Auf dem Onlineportal veröffentlichte er den Namen des Sozialhilfebezügers, dessen Fall schweizweit für Schlagzeilen sorgte.

«Jetzt reichts! Seit Monaten narrt dieser arbeitsscheue Schmarotzer die Allgemeinheit. Es ist höchste Zeit, dass die Öffentlichkeit erfährt, wie er heisst», schrieb Biffiger dazu (wir berichteten).

Der junge Mann bezieht seit 2008 Sozialhilfe, verweigert die Kooperation mit den Behörden und wehrte sich vor Bundesgericht erfolgreich gegen die Streichung der Sozialhilfe durch die Gemeinde Berikon.

«Eine absolute Frechheit»

Die Juso Freiamt kritisiert, Biffiger stelle den Sozialhilfebezüger an den Pranger und führe damit die Selbstjustiz wieder ein.

«Biffiger bewegt sich mit seinen Massnahmen im illegalen Bereich», schreibt die Juso Freiamt in einer Medienmitteilung.

Die Jungsozialisten halten den SVP-Politiker deshalb für nicht mehr tragbar als Bezirksrichter.

«Es ist eine absolute Frechheit, dass sich Biffiger über das schweizerische Recht hinwegsetzt und mittelalterliche Massnahmen, wie den Pranger anwendet. Die einzige logische Konsequenz ist ein sofortiger Rücktritt als Bezirksrichter, zum Ritterspielen hätte er dann genug Zeit», sagt Jonas Hasenfratz, Medienverantwortlicher der Juso Aargau.

Der kritisierte Gregor Biffiger sagt auf Anfrage der Aargauer Zeitung lediglich, er möchte sich nicht zu der «lachhaften» Rücktrittsforderung äussern: «Ich reagiere nicht auf verspätete 1.-April-Scherze.» (mbü)