Wahlen

Juso Aargau tritt mit drei jungen Frauen zu den Regierungswahlen an

Cybel Dickson, Patricia Hegglin und Zoe Sutter sind die Kandidatinnen der Juso Aargau.

Cybel Dickson, Patricia Hegglin und Zoe Sutter sind die Kandidatinnen der Juso Aargau.

An einer Online-Mitgliederversammlung wurden drei Regierungsrats-Kandidatinnen für die Wahlen im Herbst bestimmt. Eine reine Männerregierung sei untragbar, zudem sei man enttäuscht über die Nicht-Nomination von Franziska Graf durch die SP Aargau.

Die Aargauer Juso stellt drei Kandidatinnen für die Regierungsratswahlen im Herbst auf. Dies geht aus einer Medienmitteilung hervor. Demnach wurden Zoe Sutter (Vizepräsidentin der Juso Aargau), Patricia Hegglin (Präsidentin der Juso Freiamt) und Cybel Dickson (Vizepräsidentin der Juso Aargau) an ihrer Online-Mitgliederversammlung nominiert. Eine reine Männerregierung sei für die Juso Aargau untragbar, heisst es weiter. Im Zuge der Coronakrise würden sich die Auswirkungen der Abbaupolitik auf das Gesundheitswesen zeigen. Der ökologische Kollaps stehe kurz bevor.

Zoe Sutter sagt zu ihrer Nominierung: «Wir geben der Aargauer Stimmbevölkerung mit unseren Kandidaturen die Möglichkeit, ein starkes Zeichen für die Frauenförderung zu setzen.»

Patricia Hegglin betont, dass die Kampagne über die Frauenfrage hinaus gehe. «Unser Wahlkampf soll den Themen Migration, Klima und Care auch im Aargau endlich die Aufmerksamkeit verschaffen, die sie so dringend brauchen.»

Die Kandidatur komme zwar auch aus Momenten der Frustration heraus, wie Cybel Dickson sagt. Dennoch freue sie sich auf die gemeinsame Arbeit. Dickson: «Für einen konsequenten, feministischen Aargau.»

Enttäuschung über Männer-Nomination bei der SP Aargau

"Die Nomination von Dieter Egli war ein wichtiger Faktor für unseren Entscheid, eine Dreierkandidatur der Juso aufzustellen", sagt Cybel Dickson auf Nachfrage der AZ. Die Juso-Vertreterinnen sind enttäuscht, dass die Mutterpartei keine Frau nominiert hat und teilen die Meinung der SP Frauen, dass künftig Kandidatinnen früher und besser aufgebaut werden müssten. "Wäre Franziska Graf nominiert worden, hätte sich unsere Kandidatur weniger stark aufgedrängt, aber auch dann wären zusammen mit Christiane Guyer von den Grünen nur zwei Frauen zur Auswahl gestanden", sagt Dickson.

Schon vor vier Jahren kandidierten drei Juso-Vertreterinnen für den Regierungsrat, sie blieben damals aber völlig chancenlos. Cybel Dickson sagt mit Blick auf die Wahlen am 18. Oktober: "Wir sind uns bewusst, dass unsere Wahlchancen sehr gering sind, aber wir möchten mit den Kandidaturen ermöglichen, einen inneren Konflikt zu lösen, den wohl viele verspüren: Zeigen, dass ihnen Frauenrepräsentation wichtig ist und den Sitzanspruch der SP verteidigen." Zudem wollen die drei Juso-Kandidatinnen den Wählenden die Möglichkeit bieten, mehrere linke Frauen zu wählen. "Wir hoffen, dass unsere Kandidaturen dazu beitragen, eine konstruktive Diskussion auszulösen - eine reine Männerrunde mit vier Bürgerlichen ist definitiv nicht unsere Vorstellung der Aargauer Regierung."

Neben der Frauenförderung haben sich die drei Kandidatinnen auch andere, typisch linke Anliegen auf die Fahne geschrieben. Stimmrecht für Ausländerinnen und Ausländer, ein gut ausgebauter, kostenloser öffentlicher Verkehr, die vermehrte Aufnahme von Flüchtlingen, ein klimafreundlicher Einsatz der Coronagelder und die Verstaatlichung von Privatspitälern im Aargau: Das sind nur einige der Forderungen, mit denen sie in den Wahlkampf ziehen wollen.

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