Fussballfans

Jurist vor dem Richter, weil er sich mit Fussball-Fans geprügelt haben soll

Der Angeklagte soll als eingefleischter FC-Zürich-Fan an einer Schlägerei mit GC-Fans teilgenommen haben.

Der Angeklagte soll als eingefleischter FC-Zürich-Fan an einer Schlägerei mit GC-Fans teilgenommen haben.

Zwischen den Fans des FCZ und GC kam es 2007 zu einer wüsten Schlägerei. Mittendrin ein heute 27-jähriger Aargauer. Vor dem Aarauer Bezirksgericht bestreitet der Jurist, an einer Schlägerei teilgenommen zu haben.

Vor dem Bezirksgericht Aarau bot sich ein ungewohntes Bild in einem Strafverfahren. Sowohl hinter dem Gerichtspult wie auch davor sassen ausnahmslos Juristen. Denn der Angeklagte besitzt seit vergangenem September den Master in Jura. So war es nicht erstaunlich, dass sich der 27-Jährige vor Einzelrichter Thomas Müller gekonnt auszudrücken wusste.

Er wurde des Landfriedensbruchs, der mehrfachen Hinderung einer Amtshandlung und der Widerhandlung gegen das Waffengesetz angeklagt. So wurde dem Schweizer von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, dass er im Dezember 2007 an einer Schlägerei im Zürcher Hauptbahnhof zwischen FC Zürich- und Grasshopper-Fans teilnahm. Zudem soll der Angeklagte laut Anklageschrift zu anderen Zeitpunkten sich zweimal gegen die Kontrolle von Polizisten mit Gewalt zur Wehr gesetzt haben.

Der Angeklagte bestreitet alles

Obwohl alle mutmasslichen Strafhandlungen in der Stadt Zürich stattfanden, musste sich der Jurist vor dem Aarauer Bezirksgericht verantwortlich zeigen. Dies kam daher, dass vor den behandelten Delikten bereits einmal ein Strafverfahren gegen den Angeklagten im Kanton Aargau geführt wurde. Dieses wurde jedoch eingestellt.

Der Jurist bestritt vor Gericht alles, was ihm zulasten gelegt wurde. «Ich lief zufälligerweise an die Schlägerei im HB heran und wurde dort von einem GC-Fan angegriffen. Ich setzte mich nur zur Wehr», schilderte er Richter Müller den Sachverhalt. Ausserdem habe er sich nur gegen die polizeilichen Kontrollen zur Wehr gesetzt, weil er befürchtete, von den Polizisten gewalttätig angegriffen zu werden.

Bezüglich der Widerhandlung gegen das Waffengesetzes gab der Jurist zu, dass er als Jugendlicher zwei Schmetterlingsmesser und zwei Schlagringen erworben zu haben. Er habe aber nicht gewusst, dass der Besitz dieser Waffen verboten sei.

Angeklagte trotzdem schuldig gesprochen

Richter Müller kam zum Schluss, dass sich der 27-Jährige in zwei Punkten strafbar machte. So sprach er den Juristen bezüglich des Landfriedensbruchs schuldig und bezüglich der Wiederhandlung gegen das Waffengesetz teilschuldig. Vom Anklagepunkt der mehrfachen Hinderung einer Amtshandlung wurde der Beschuldigte freigesprochen. «Es ist strafbar, wenn man weiss, dass eine Schlägerei stattfindet und dann daran teilnimmt», sagte Müller. Da sei es auch egal, von wem aus der Angriff erfolge.

Der bekennende FCZ-Fan habe sicher gewusst, dass es im Hauptbahnhof zu Scharmützel kommen könne. «Es ist bewiesen, dass es zu tätlichen Angriffen kam. Wer dazu in irgendeiner Form beiträgt, mach sich des Landfriedensbruchs schuldig», so Müller weiter. Er verurteilte den Juristen zu einer bedingten Geldstrafe von 3900 Franken, bei einer Probezeit von zwei Jahren. Zudem erhielt er eine Busse von 300 Franken. Der Angeklagte war mit dem Urteil unzufrieden und kündete einen wahrscheinlichen Weiterzug an.

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