Tourismus
Jurapark Aargau arbeitet mit anderen Pärken enger zusammen

Die fünf Pärke des Jurabogens – Chasseral – Doubs–Jura vaudois – Thal und Jurapark Aargau – geben eine gemeinsame Broschüre heraus und starten damit eine vertiefte Zusammenarbeit.

Oliver Menge
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Der Jurapark Aargau will mit vier anderen Naturpärken enger zusammenarbeiten.

Der Jurapark Aargau will mit vier anderen Naturpärken enger zusammenarbeiten.

ZVG

Die fünf Schweizer Naturpärke, die an einer Medienkonferenz in Biel am Dienstag bekannt gaben, dass sie in Zukunft vermehrt und enger zusammenarbeiten wollen, haben mehrere Gemeinsamkeiten. Zum einen liegen sie alle im Jurabogen, der sich vom Gebiet nördlich des Genfersees bis zur deutschen Grenze östlich von Basel erstreckt.

Zum anderen verfolgen sie gemeinsame Ziele: Das Erhalten und Hervorheben der Qualität von Natur und einzigartiger Landschaften und die Förderung der regionalen Produzenten im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung der Region. Aber auch das Bewahren eines kulturellen Erbes, seien es die Uhrenindustrie im Vallée de Joux im Parc Jura vaudois oder die Freiberger Zucht im Parc Doubs. Oder die Berggasthöfe im Parc Chasseral, die rund 50 Métairies, die regionale Produkte wie Käsespezialitäten, Wurstwaren und Trockenfleisch anbieten.

Weiter wollen alle die verschiedenen Zielgruppen und auch die Menschen, die im Gebiet der Pärke leben, auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit sensibilisieren und einen sanften, naturnahen Tourismus fördern. Gemeinsam will man sich nun als wichtige Akteure für die nachhaltige touristische Entwicklung der Region positionieren.

Alle fünf Naturpärke sind relativ jung: Der Solothurner Naturpark Thal wurde 2009 gegründet und ist der älteste der Beteiligten. Die anderen vier Pärke existieren seit 2012 bzw. 2013. Sie erstrecken sich über sechs Kantone und zwei Sprachregionen.

Schwung weitertragen

Die zweisprachige Broschüre, die vorgestellt wurde, ist das erste «Produkt» dieser neuen Zusammenarbeit. Sie wurde in Kooperation mit der Tourismusorganisation «Jura Trois-Lacs – Drei-Seen-Land» erstellt, welche das grafische Konzept und die Gestaltung übernahm. Finanziert wurde das Projekt unter anderem vom Seco und von den fünf Parks aus ihrem Marketing-Budget. Rund 25 000 Exemplare der Broschüre werden in Kürze in allen relevanten Tourismuszentren und -büros der Region aufliegen und geben einen guten Einblick in die Eigenheiten der einzelnen Naturpärke. Sie heben einzelne lohnenswerte Möglichkeiten für einen Besuch hervor. Wie zum Beispiel im Naturpark Thal das Museum Haar und Kamm in Mümliswil oder die alten Handwerkskünste im Jurapark Aargau am Flösserweg im Mettauertal oder der alten Nagelschmiede Sulz.

Richard Bolli, Leiter des Naturparks Thal, meinte anlässlich der Medienkonferenz, es gelte, den Schwung der ersten Jahre seit der Gründung weiterzutragen. «Die Startjahre sind anspruchsvoll. Wir sind immer noch stark damit beschäftigt, uns im eigenen Gebiet zu verankern.» Eine vertiefte Zusammenarbeit mit den anderen Parks sei ausserordentlich förderlich und verbessere auch die Qualität des eigenen Parkmanagements. «Der Erfahrungsaustausch untereinander ist sehr hilfreich, da wir mit gleichen oder ähnlichen Problemstellungen zu tun haben.»

Grundsätzlich gehe es darum, für den Jurabogen als touristische Destination noch besser Werbung zu machen, erklärte Jérôme Longaretti, stellvertretender Direktor von «Juras Trois-Lacs – Drei-Seen-Land». «In den letzten Jahren wuchs eine neue Nachfrage nach Angeboten, wie Erlebnis auf dem Bauernhof, Schlafen im Stroh und erleben der Natur auf eigenen Wegen abseits der grossen Tourismuszentren: Die Menschen wollen raus aus den Städten und eine Natur ohne Filter erleben. Darauf wollen wir reagieren.»

Unter dem Strich lohnt sich das auch, wie eine Vertreterin des Seco am Rande der Veranstaltung erklärte: Für jeden investierten Franken in einen Naturpark kommt ein Vielfaches zurück: In der Unesco-Biosphäre Entlebuch, die seit 2008 zu den regionalen Naturparks zählt und als Referenz dient, führt man entsprechende Statistiken. Dort sind es bereits sechs Franken, die für jeden investierten Franken zurückfliessen, eine Wertschöpfung vor Ort, die auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten beachtlich sei.

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