Ausweitung des Steinbruchs Jakobsberg-Egg
Jura Cement Wildegg streicht alle neuen Steinbruch-Standorte

Nach zwölf Jahren mit heftigem Widerstand in Thalheim, Schinznach-Dorf und am Bözberg streicht die Jura Cement Wildegg alle Pläne für einen neuen Steinbruch. Mit mehr Abbau im alten Steinbruch soll das Werk für 25 bis 30 Jahre gesichert werden.

Hans Lüthi / Florian Binder
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Der Steinbruch Jakobsberg in Auenstein und Veltheim soll so erweitert werden, dass für 25 bis 30 Jahre genügend Kalkstein und Mergel abgebaut werden kann.

Der Steinbruch Jakobsberg in Auenstein und Veltheim soll so erweitert werden, dass für 25 bis 30 Jahre genügend Kalkstein und Mergel abgebaut werden kann.

Annika Buetschi

Die Zementfabrik Jura Cement Wildegg verzichtet auf alle neuen Abbaugebiete für Mergel und Kalkstein. Sie macht das derart konsequent, dass sie eine Streichung der Vororientierung im Aargauer Richtplan beantragt. Hintergrund ist die Blockade in den möglichen Abbau-Gemeinden, die alle Entscheide anfochten und immer bis vor Bundesgericht zogen.

Die komplette Änderung der Strategie kam durch eine Mediation zustande, an welcher sich der Kanton und die Gemeinden Auenstein, Veltheim und Schinznach-Dorf beteiligten.

Erweiterung des alten Steinbruchs

Die Gemeinderäte und der Kanton nehmen den Entscheid der jura cement erleichtert zur Kenntnis. Sie unterstützen eine Erweiterung des bestehenden Steinbruches Jakobsberg-Egg in den Gemeindegebieten Auenstein und Veltheim, welche für alle Beteiligten, insbesondere auch für die Bevölkerung tragbar sein soll. Für die Standortsicherung in den nächsten 25 bis 30 Jahren müssten 6 Millionen Kubikmeter Kalkstein zusätzlich zum bereits bewilligten Volumen gewonnen werden.

Mergel ist im Abbaugebiet genügend vorhanden. Mit der Sicherheit auf einen absehbaren Zeitraum kann das Unternehmen die Zukunft planen. Was danach geschehen soll, müsse die nächste Generation in Kenntnis der neuen Aspekte entscheiden.

Für einen optimalen Abbau

Um die Belastung von Anwohner im Abbaugebiet zu reduzieren, entwickelt das Unternehmen in Zusammenarbeit mit der betroffenen Bevölkerung und den Gemeinden Massnahmen zum optimierten Abbau. Das Ziel ist es, den Umweltschutz so gut als möglich mit den wirtschaftlichen Interessen verbinden zu können. Bereits in den nächsten Jahren sollen erste rekultivierte Teile des Steinbruchs der Natur zurückgeben werden.

Das Unternehmen will die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut bringen: die Rohstoffversorgung mit den damit verbundenen Steuer- und Abbaueinnahmen für die Gemeinden, die Sicherung der Arbeitsplätze und all dies unter grösstmöglicher Schonung der Landschaft und kleinstmöglicher Belastung der Anwohner.

Verein ist zufrieden

Der Verein cementaargau.ch für die Sicherung des Rohstoffs im Aargau ist zufrieden, weil die Parteien jetzt gemeinsam nach einer Lösung für die nähere Zukunft suchen. Er schreibt dazu: Die Erweiterung des bestehenden Steinbruchs Jakobsberg-Egg sichert die notwendigen Rohstoffreserven für eine Weiterführung des Zementwerks in Wildegg.

Die Sicherung der Rohstoffabbaumöglichkeiten für die verbleibende einheimische Zementproduktion ist heute eine Aufgabe von nationaler Bedeutung. Neben der ökologischen Dimension – kurze Anfahrtswege, nachhaltige einheimische Produktion – fällt auch der ökonomische Aspekt ins Gewicht.

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