Florian Vock, der ehemalige Präsident der Jungsozialisten Juso Aargau, wurde an der Jahresversammlung der Juso Schweiz am letzten Wochenende aus der Geschäftsleitung abgewählt. Er fiel einer Revidierung der Frauenquote der Juso Schweiz zum Opfer. Eine solche Geschlechterquote hatte die Juso Schweiz schon vor längerer Zeit eingeführt.

An der Jahresversammlung am letzten Wochenende wurde jetzt aber beschlossen, dass auch im Verlauf des Jahres 50 Prozent Frauen in der Geschäftsleitung und anderen wichtigen Positionen sitzen müssen. «Bisher wurde dieser Anteil einfach einmal pro Jahr überprüft», erklärt der Präsident der Juso Schweiz, Fabian Molina, die Änderung. Vock traf die Abwahl hart: «Ich bin sehr enttäuscht, dass es mich getroffen hat», sagt er.

Die Welt gehe aber nicht unter – und: «Es musste halt jemand gehen», dies hätte er gewusst. Vock stehe voll hinter dem Entscheid seiner Partei. Am Schluss waren laut dem ehemaligen Juso Aargau-Präsident etwa 20 Stimmen das Zünglein an der Waage. Sein Posten bleibt vorderhand vakant und ist jetzt offiziell ausgeschrieben. Im Mai wird die Stelle dann mit einer Frau neu besetzt. Gern lässt man Vock aber nicht gehen: «Natürlich bedauern wir die Abwahl Vocks, er hat ausgezeichnete Arbeit geleistet», sagt Molina.

Im Aargau kennen die Jungsozialisten keine verbindliche Zahlen-Quote: «Wir haben in unseren Statuten festgehalten, wie wichtig uns eine partitive Verteilung der Regionen und Geschlechter ist», führt Sascha Antenen, Präsident der Juso Aargau, die Handhabung der Geschlechterfrage aus. In naher Zukunft sei die Einführung einer solchen Frauenquote voraussichtlich auch kein Thema: «Bei uns haben Frauen kein Problem, in höhere Positionen zu gelangen – wir achten darauf.»