Schulprotest
Junge SVP wirft den Aargauer Lehrerinnen und Lehrern linke Agitation vor

Lehrerinnen und Lehrer werden am Dienstag vor dem Grossratsgebäude gegen Sparmassnahmen protestieren. Die Junge SVP findet eine Demonstration zwar legitim, aber nicht während der Arbeitszeit. Mit ihrem Verhalten positioniere sich die Lehrerschaft politisch eindeutig – das gehe nicht.

Jürg Krebs
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Tonja Kaufmann - JSVP-Präsidentin und Neo-Grossrätin

Tonja Kaufmann - JSVP-Präsidentin und Neo-Grossrätin

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Die Junge SVP mischt in der Aargauer Spardebatte mit, attackierte erst die Schülerorganisationen der sechs Kantonsschulen für ihre Plakataktion und greift jetzt auch die Lehrerinnen und Lehrer an.

JSVP-Präsidentin Tonja Kaufmann findet am Freitag, dass dem Aargauer Lehrerverband zwar das in der Verfassung verbriefte Recht auf Versammlungsfreiheit zu gewähren sei – aber nicht in der Schulzeit. Kaufmann: "Vollkommen falsch dabei ist, dass genau durch solche Aktionen der jungen Generation ein staatsfeindliches Bild vorgezeichnet wird."

Kaufmann setzt sogar noch einen drauf: "Wollen wir unseren Kindern beibringen, dass Konflikte durch Arbeitsverweigerung zu lösen sind?"

Frontalangriff

Schliesslich greift die Junge SVP die Lehrerinnen und Lehrer frontal an: "Die Lehrerschaft legt viel Wert darauf, ein politisch neutrales Weltbild zu vermitteln. Mit solch einseitigen Aktionen positionieren sie sich jedoch politisch eindeutig." Will heissen: Kaufmann wirft der Lehrerschaft vor, sich auf die politisch links-grüne Seite zu schlagen.

Die Junge SVP hingegen fühlt sich missverstanden, wie Kaufmann in der Mitteilung schreibt. Es sei nicht Ziel der JSVP, der Bildungsqualität Schaden zuzufügen. Die Jungpartei vertraut aber der Bildungsdirektion ihres Regierungsrats Alex Hürzeler.

Seitenhieb an die Schülerorganisationen

Und auch ein nächster Seitenhieb platziert die JSVP: Der Präsident der Schülerorganisationen, Aurel Gautschi, solle besser den konstruktiven Dialog suchen, so "wie es die Art der JSVP Aargau wäre". Kaufmann zielt damit auf die Plakataktion der Kantonsschülerinnen und Schüler ab, mit der sie gegen die Sparpläne von Regierung und Grossem Rat protestierten. Sie wurde von Regierungsrat Alex Hürzeler auf den Schularealen verboten, wofür er diese Woche heftig kritisiert wurde.

Kaufmann – seit den Wahlen vom 23. Oktober selber Grossrätin – findet mit Bezug auf die Spardebatte aber auch: Es ist "unsere Aufgabe als Bevölkerung" die Arbeit der Politiker kritisch zu begleiten. Die politisch Rechte in der Schweiz nehme deshalb oft ihr Recht war, stelle kritische Fragen, reiche Initiativen ein und polarisiere, wo nötig.