Abstimmungskampf

Junge Grüne machen auf SVP und ein Jäger kämpft für den Wolf

Vor dem grossen Abstimmungssonntag vom 27. September machen Gegner und Befürworter der Vorlagen im Aargau nochmals mobil.

In gut einer Woche ist Super Sunday: Gleich über sieben Vorlagen wird am 27. September im Aargau abgestimmt. In dieser heissen Phase kurz vor dem Urnengang schalten Gegner und Befürworter nochmals Inserate, führen spezielle Aktionen durch und treffen bei Podiumsdiskussionen aufeinander. Gleich doppelt engagierten sich die Befürworter des neuen Energiegesetzes im Aargau letzten Samstag. Bei einem hybriden Infoanlass war die Bevölkerung in sechs Firmen eingeladen, der Anlass konnte auch über Zoom verfolgt werden. GLP-Nationalrat Beat Flach legte die Argumente des Pro-Komitees dar. Regierungsrat Stephan Attiger wies auf die Bedeutung des Gesetzes für die Energiezukunft im Aargau hin, wie die Organisatoren mitteilen. Werner Leuthard, Leiter Abteilung Energie im Kanton, beantwortete Fragen des Publikums.

Mit einer speziellen Aktion sorgten die Jungen Grünen am Wochenmarkt in Lenzburg für erstaunte Blicke. Mit satirischen Flyern im typischen SVP-Look warben die Jungpolitiker im Edelweisshemd für ein «Ja, aber» zum Energiegesetz. Sie seien unzufrieden mit dem Gesetz, doch es sei ein erster Schritt, daher sage man Ja, teilen die Jungen Grünen mit. «Aber darauf muss mehr folgen. Dafür werden wir weiterhin kämpfen», schreiben sie.

Jagd Aargau ist für das neue Jagdgesetz, an einer Podiumsdiskussion sprach sich Präsident Rainer Klöti klar für ein Ja aus (die AZ berichtete). Bei einem Anlass von Pro Natura in Safenwil trat am Montag ein Jäger auf, der gegen das Gesetz kämpft. Jagdleiter Thomas Ilg hielt dort gemäss Mitteilung fest, der Wolf sei Weidkamerad, Mitjäger und nicht Konkurrent. «Futterneid» seitens der Jägerschaft sei nicht angebracht. Ilg sagte, das Gesetz berge die Gefahr, dass «inter­national geschützte Tiere dem Kantönligeist geopfert werden». Die Kompetenz zum Abschuss eines Wolfes gehöre in die Kompetenz des Bundes, nicht in die der Kantone, forderte er.

Flugzeugpodium in Aarau, SVP-Höck in Rothrist

Auch die Diskussion, ob die Schweiz für sechs Milliarden Franken neue Kampfflugzeuge beschaffen soll, wird im Aargau weitergeführt. Heute Freitagabend um 19.30 Uhr findet in der Elfa Eventhalle in Aarau ein Podium mit vier Frauen statt: Die Nationalrätinnen Maja Riniker (FDP) und Marianne Binder (CVP) setzen sich dabei für ein Ja ein, Nationalrätin Irène Kälin (Grüne) und Grossrätin Claudia Rohrer (SP) sind dagegen.

Zentral ist der Aargau auch bei der Begrenzungsinitiative – zumindest findet der nationale Abstimmungshöck der SVP am 27. September in Rothrist statt. Nach einem Brunch sind im Restaurant Pöstli mehrere Referate und Analysen angesagt. Neben dem neuen SVP-Schweiz-Präsidenten Marco Chiesa hat auch die Aargauer Nationalrätin Martina Bircher einen Auftritt.

Die SVP, die häufig als Neinsager-Partei betitelt wird, hat für fünf der sieben Vorlagen die Ja-Parole gefasst (siehe Tabelle). Die grössten Nein-Sager sind SP und Grüne, die nur Vaterschaftsurlaub, Energiegesetz und die Abschaffung der Schulpflege unterstützen. Ebenfalls identische Parolen haben CVP und BDP gefasst, die gemeinsam zu den Grossratswahlen antreten.

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