Das frühere Restaurant "Sternen" in Menziken AG wird in eine Unterkunft für unbegleitete minderjährige Asylsuchende umgewandelt. Bisher waren dort asylsuchende Familien und Einzelpersonen untergebracht. Gegen diese Nutzung wurde im Dorf lange Widerstand geleistet.

Der Kanton Aargau reagiert mit der jetzigen Umnutzung des "Sternen" auf die für 2016 prognostizierten hohen Zuweisungszahlen von Asylsuchenden vom Bund an die Kantone, teilte das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) am Mittwoch mit. Unter diesen Asylsuchenden befänden sich viele unbegleitete Minderjährige.

Im "Sternen" werden ab dieser Woche gestaffelt die ersten Jugendlichen einziehen. Die maximale Belegung beträgt 80 Personen. Die in Menziken untergebrachten Asylsuchenden sind zwischen 16 und 18 Jahre alt und nicht mehr schulpflichtig.

Derzeit ist der Kanton Aargau für die Unterbringung und Betreuung von rund 210 unbegleiteten minderjährigen Asylbewerber verantwortlich. Diese werden hauptsächlich in Unterkünften in Suhr und Aarau untergebracht. Diese Personen bräuchten aufgrund ihres Alters eine enge Betreuung.

Sie seien auf sozialpädagogische und psychologische Unterstützung angewiesen, damit sie später ein eigenständiges Leben als Erwachsene in der Schweiz führen können, schreibt das DGS. Solche Personen würden im Kanton Aargau werden deshalb in eigens geschaffenen Unterkünften untergebracht.

Gleichzeitig entschied das Departement Gesundheit und Soziales, die unterirdische Unterkunft in der der Geschützten Operationsstelle Laufenburg bis Ende Juli temporär ausser Betrieb zu nehmen. Die 60 Personen sollen auf andere Unterkünfte verteilt werden.

Das Boot ist voll! Die Menziker machen am Info-Anlass Ende Juni 2015 ihrem Ärger Luft.

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Sie stellen sich gemeinsam gegen das vom Kanton geplante Asylzentrum.

Balz Bruder spricht im Mai 2015 über die Asylunterkünfte im Kanton

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Annette Heuberger, Geimeindeammann von Menziken, ist ausser sich, als sie von dem Plan des Kantons erfährt. Dieser will 90 Asylbewerber im Hotel Sternen, mitten im Dorf, einquartieren. Die bereits ausländerreiche Gemeinde kann dagegen nichts machen. Weshalb hat sich der Aargau ausgerechnet für Menziken entschieden? Und erhalten Gemeinden, die viele Asylanten aufnehmen, eine Gegenleistung? Balz Bruder, Sprecher des Departements Gesundheit und Soziales, gibt Auskunft.