Pluto läuft neugierig durch die Menge. Er riecht Kaffee, und diesen Duft mag der Golden Retriever. Wenn sein Frauchen Michèle Kundert ruft, springt er aber schnurstracks zu ihr und hilft ihr. «Ich habe einen steifen Rücken, wenn mir etwas auf den Boden fällt, kann ich es unmöglich selber aufheben», erklärt Kundert, die im Rollstuhl sitzt.

Dass Pluto sein Können am Markt der Möglichkeiten präsentieren darf, hat mit seiner Ausbildung zu tun: Bevor er das intensive Training zum Helfer-Hund absolviert hat, war er elf Monate bei einer Familie, die mit ihm in der Hundeschule war und ihn so die Basics lehrte. «Der Hund kann also beispielsweise schon ‹Pfötchen geben›, wenn er ins Intensivtraining kommt. Dort wird ihm dann beigebracht, mit der Pfote die Schublade zu schliessen», erläutert Kundert. Wie lange sie bereits auf die Unterstützung von Pluto zählen kann, weiss sie genau: «Drei Jahre und drei Wochen. Er ist für mich sehr wichtig, dank ihm kann ich selbstständig wohnen.»

Einen Hund zu trainieren ist nur eine von vielen Möglichkeiten, sich als freiwilliger Helfer zu engagieren. 24 lokale und kantonale Organisationen stellten sich am Sonntag in Suhr im alten Schulhaus vor: Quasi ein Speeddating für gemeinnützige Organisationen und Menschen, die sich engagieren möchten.

Der Markt der Möglichkeiten wurde von Benevol organisiert, einer Fach- und Vermittlungsstelle für Freiwilligenarbeit. Die Kommunikationsverantwortliche Claudia Laube freute sich über die originellen Präsentationen der Organisationen. «Es wäre schön, hätte es noch ein paar Besucher mehr», merkt sie an.

Der Anlass unter dem Slogan «Freiwilligenarbeit macht reich» fand zum ersten Mal statt. Geht es nach Wunsch der Organisatoren, wird der Markt künftig abwechselnd in unterschiedlichen Gemeinden residieren. Warum gerade in Suhr? «Die Gemeinde Suhr legt sehr viel Wert auf Freiwilligenarbeit und hat sofort zugesagt», sagt Laube.

Auf der Suche nach Mitgliedern

Ziel sei es, dass die Vereine und Institutionen auf sich aufmerksam machen können und neue Mitglieder finden, sagt Laube. Geschäftsleiterin Ines Walter Grimm merkt an: «Etwa 80 Prozent der Schweizer Bevölkerung hat sich bereits einmal ehrenamtlich engagiert. Das finde ich schon beachtlich.»

Möglichkeiten gibt es viele: Als Samariter Verletzte verbinden, Migranten bei der Integration in die Gesellschaft unterstützen, Einkäufe für Menschen mit Behinderungen erledigen, Computer reparieren – die Liste lässt sich fast endlos fortsetzen.

Ines Walter Grimm weist auf ein aktuelles Projekt von Benevol hin: «Tandem 50 plus hilft Stellensuchenden über 50. Ein freiwilliger Mentor, eine berufserfahrene und gut vernetzte Person, macht sich gemeinsam mit dem Stellensuchenden auf den Weg, berät ihn und hilft ihm, sei das bei der Auswahl der Kleider für ein Vorstellungsgespräch, beim Verfassen des Lebenslaufs und so weiter.»

Nebst bekannten Organisationen wie Terre des Hommes sind auch Institutionen anwesend, die man im ersten Moment nicht mit Freiwilligenarbeit in Verbindung bringt. So etwa «Museum Aargau»: Die Freiwilligen demonstrieren unter anderem historisches Handwerk, spielen Theaterszenen, oder leiten eine mittelalterliche Kochgruppe.

Renate Läderach informierte die Besucherinnen und Besucher über die Tätigkeit von Procap, einer Organisation, die sich für Menschen mit Handicap einsetzt. «Viele kennen uns noch gar nicht, wir hoffen, dass wir so etwas bekannter werden», sagt sie und fügt an: «Besonders schön wäre es, wenn wir ein Vorstandsmitglied finden würden, die Suche gestaltet sich etwas schwierig.»