Jubiläum
Frauen fordern mehr Gleichstellung auf der Aargauer Polit-Agenda

Das Frauennetzwerk Frauenaargau hat an seinem Jubiläumsanlass in Aarau daran erinnert: Gleichstellungsthemen haben es im Aargau schwer. Der Anlass war prominent besucht.

Eva Berger
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Der Grossratssaal war für einmal ganz in Frauenhand. Die höchste Schweizerin, Irène Kälin und die höchste Aargauerin, Elisabeth Burgener, hielten Grussworte (unten rechts)

Der Grossratssaal war für einmal ganz in Frauenhand. Die höchste Schweizerin, Irène Kälin und die höchste Aargauerin, Elisabeth Burgener, hielten Grussworte (unten rechts)

Fiona Piola

Das Frauennetzwerk Frauenaargau hat am Samstag in Aarau sein 30-jähriges Bestehen gefeiert. Und das mit hoher Prominenz: Sowohl die höchste Schweizerin, Nationalratspräsidentin Irène Kälin, als auch die höchste Aargauerin, Elisabeth Burgener, überbrachten ihre Grussworte.

Das Frauennetzwerk Frauenaargau fördert das Zusammenwirken von Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter. Dafür organisiert der Verein Veranstaltungen und Projekte.

Irène Kälin: Kaum ein Bericht ohne überflüssigen Kommentar

Gefeiert wurde im Grossratssaal in Aarau. Gut 100 Frauen haben teilgenommen, wie Frauenaargau in einer am Montag verschickten Medienmitteilung schreibt. Referate und ein Podium, Tanz und viel Vernetzung prägten den Anlass.

Irène Kälin zeigte auf, dass es in der Schweiz noch immer keine Selbstverständlichkeit ist, dass auch Frauen Macht haben. Kaum ein Bericht über die Geschäfte der Nationalratspräsidentin komme ohne einen Kommentar dazu aus, was sie trägt, wie gross sie ist und dass sie eben eine Frau sei, so Kälin. Dabei habe all das mit ihrer politischen Arbeit nichts zu tun.

Elisabeth Burgener, diesjährige Grossratspräsidentin, erinnerte daran, dass es Gleichstellungsthemen im Aargau schwer haben. In den vergangen Jahren sei keines im Grossen Rat auf der Agenda gestanden. Auch dass sich der Frauenanteil im Aargauer Parlament nach den Wahlen 2020 gar verringert hat, sei sehr bedenklich.

Podiumsdiskussion zu Zukunftvisionen

Die Podiumsdiskussion mit jungen Aktivistinnen behandelte Visionen für die Zukunft. Sie erzählten von Ungerechtigkeiten, die sie beschäftigen, wie sie gegen sie ankämpfen und was sie sich für die Zukunft wünschen. «Safe Spaces», sichere Räume für Menschen mit Diskriminierungserfahrung etwa. Auch ob es ein bedingungsloses Grundeinkommen, ein Haushaltsgeld oder anderweitige ökonomische Unterstützung für mehr Gleichberechtigung brauche, wurde diskutiert.

In einem Punkt waren sich aber auch die Podiumsteilnehmerinnen einig: Die Gleichstellung der Geschlechter müsse im Aargau wieder auf die politische Agenda gesetzt werden.