Medienpreis Aargau/Solothurn
«Journalismus ist Literatur in Eile»

Sabine Kuster von der Aargauer Zeitung hat den 18. Medienpreis Aargau/Solothurn in der Sparte Print gewonnen, Thomas Ulrich, freischaffender Fotograf in der az Solothurner Zeitung, in der Kategorie Foto. Erstmals wurde auch ein Beitrag in der Kategorie Online vergeben.

Jörg Meier
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Der Präsident und die Sieger: (von links) Thomas Ulrich (Kategorie Foto), Sabine Kuster (Print), Rafaela Roth (Online), Jurypräsident Thomas Müller, Marielle Käser (Radio) und Heikko Böhm (Fernsehen). Mario Heller

Der Präsident und die Sieger: (von links) Thomas Ulrich (Kategorie Foto), Sabine Kuster (Print), Rafaela Roth (Online), Jurypräsident Thomas Müller, Marielle Käser (Radio) und Heikko Böhm (Fernsehen). Mario Heller

Mario Heller

Auf den Tag genau 33 Jahre, nachdem die deutsche Illustrierte «Stern» an einer Medienkonferenz der Welt stolz verkündete, man habe die Hitler-Tagebücher entdeckt, wurde im Stadttheater Olten der 18. Medienpreis Aargau/Solothurn vergeben. Ausgezeichnet wurde qualitativ hochstehendes journalistisches Handwerk, bar jeder Hochstapelei und Täuschung.

Thomas Müller, Präsident des Vereins Medienpreis Aargau/Solothurn, freute sich über die Resonanz und den Stellenwert des Preises. Rund 170 Gäste nahmen an der Feier teil. Der Preis sei inzwischen zu einem Treffpunkt für Medienschaffende im Lokaljournalismus geworden.

Der Solothurner Landammann Roland Fürst zitierte den englischen Dichter Matthew Arnold: «Journalismus ist Literatur in Eile». Fürst würdigte die journalistischen Tätigkeiten der regionalen und lokalen Medienunternehmen in den beiden Kantonen, die unter schwierigen Bedingungen immer mehr und immer schneller arbeiten müssten. Dennoch sei hohe Qualität möglich, wie die prämierten Beiträge zeigten. Fürst erklärte, die Regierung schätze es, wenn ihre Tätigkeit von den Medien kritisch begleitet werde. Moderiert wurde die diesjährige Preisverleihung von Tanja Gutmann von Tele M1.

Die Fachjury unter der Leitung von Jurypräsident Peter Schellenberg und den Fachjuryleitern Catherine Duttweiler (Print), Emanuel Freudiger (Foto), Marius Egger (Online), Denise Bolle (Radio) und Oliver Kuhn (TV) ermittelte aus über 100 eingereichten Beiträgen die jeweiligen Preisträger. Die Preissumme von 15'000 Franken wurde unter den Siegern gleichmässig aufgeteilt. Auffällig, dass es sich bei den prämierten Beiträgen durchweg um gut erzählte Geschichten handelt, für die sich die Autoren Zeit nehmen mussten – und ebenso das konsumierende Publikum. Erstaunlich: Die Zahl der Printbeiträge hat sich mit 24 gegenüber dem letzten Jahr halbiert.

In der Sparte Print heisst die Siegerin Sabine Kuster, az Aargauer Zeitung, mit ihrer dreiteiligen Serie «Die Randständigen», erschienen in der az Aargauer Zeitung. In der Kategorie Foto entschied sich die Fachjury für den Fotobeitrag «Lottomatch Musikgesellschaft Langendorf» von Thomas Ulrich, freischaffender Fotograf, in der az Solothurner Zeitung.

Lottoabend in Langendorf
6 Bilder
Moreno Blum freut sich über den Super-Preis.

Lottoabend in Langendorf

Thomas Ulrich

Der erstmalige Online-Preis ging an Rafaela Roth, Watson, mit ihrem Beitrag «Luana – wie sie ihren Vergewaltiger im Kosovo heiraten und in die Schweiz holen musste». Den Medienpreis in der Sparte Radio holte sich Marielle Käser, Radio 32, mit ihrer Serie «ARA – dem Abwasser auf der Spur».

In der Kategorie TV entschied sich die Jury für den Beitrag «Der Sterbebegleiter» des TV-Journalisten Heikko Böhm, SRF.

Die Preisträger

Print: Sabine Kuster, az Aargauer Zeitung

Foto: Thomas Ulrich, freischaffender Fotograf, az Solothurner Zeitung

Online: Rafaela Roth, Watson

Radio: Marielle Käser, Radio 32

Fernsehen: Heikko Böhm, SRF

Der Medienpreis Aargau/Solothurn wird durch die in den beiden Kantonen ansässigen Medienunternehmen sowie die Kantone Aargau und Solothurn ausgerichtet. Ziel des Preises ist Anerkennung und Förderung journalistischer Qualität in der lokalen und regionalen Berichterstattung in den beiden Kantonen.

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