Noch im Juli überlegte sich Jonas Fricker, bei den Nationalratswahlen 2019 wieder anzutreten und einen Comeback-Versuch zu starten. Kein Jahr war da vergangen, als er im Herbst 2017 noch als Nationalrat einen grossen Fehler beging: In der Debatte zur Fair-Food-Initiative verglich er Schweinetransporte mit der Deportation von Juden im Zweiten Weltkrieg.

Zwar entschuldigte er sich wenig später im Parlament. Doch das half nicht. Nach einem Sturm der Entrüstung trat er zwei Tage später zurück. Seine politische Karriere schien am Ende. 

Versucht Fricker Neustart nach Judenvergleich?

Aus dem Archiv: der Beitrag von TeleM1

Mit dem Judenvergleich fuhr Jonas Fricker seine Karriere gegen die Wand und trat zurück. 

Im Juli schrieb er der "Schweiz am Wochenende" noch, dass ihm eine Anfrage der Grünen Kantonalpartei vorliege und er mit dem Gedanken spiele, zu kandidieren. Nun hat er sich entschieden. In einem Brief an den Vorstand der Grünen Aargau mit Datum von heute Dienstag, 18. September, schreibt er, dass er sich gegen eine Kandidatur für die Grünen bei den Nationalratswahlen 2019 entschieden hat. 

"Der Entscheid ist langsam gewachsen", schreibt er im Brief, den er auf Facebook und Twitter veröffentlicht. Unumwunden gibt er zu: "Es war ein schwieriger Entscheid." Er habe persönliche, familiäre, berufliche und innerparteiliche Aspekte berücksichtigt. "Aber ich spüre, dass der Entscheid für mich richtig ist."

Parteipräsident Hölzle wird das enttäuschen. Im Juli sagte er noch: «Als Parteipräsident habe ich selbstverständlich Interesse an starken und bekannten Namen auf unserer Nationalratsliste. Das ist Jonas Fricker zweifelsohne. Er ist ein Grüner durch und durch und würde uns viele Stimmen bringen.» (pz)