Asyl

Jetzt suchen Aargauer Kirchen Unterkünfte für Asylsuchende

Kirche bringt in eigenem Gebäude in Aarburg Asylsuchende unter.

Kirche bringt in eigenem Gebäude in Aarburg Asylsuchende unter.

Nachdem das geplante Asylzentrum in Bettwil gescheitert ist, bittet Regierungsräting Susanne Hochuli nun die Kirchen um Hilfe. Mit Erfolg: In Aarburg konnte eine erste Wohnung für Asylsuchende gefunden werden. Weitere sollen folgen.

Ab dem 1. März wird im Firmhaus der Landeskirche in der Gemeinde Aarburg (AG) die erste Flüchtlingsfamilie untergebracht. Das berichtet die «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens. Die Kirche stellt die Immobilie, der Kanton kommt für die Unterbringung auf.

Für diese Lösung eingesetzt hat sich Luc Humbel, Kirchenratspräsident der Römisch-Katholischen Kirche im Kanton Aargau. Er hat gut 100 Kirchgemeinden angeschrieben. Im Brief an die Kirchenpflegen schrieb er laut «Tagesschau»: «Aus meiner Sicht würde es der Kirche Aargau gut anstehen, dem Kanton bei der Suche nach Asylunterkünften Hand zu bieten».

Regierung ruft um Hilfe

Humbel hat den Brief geschrieben, nachdem er einen Hilferuf der Aargauer Regierung bekommen hatte. Regierungsrätin Susanne Hochuli hatte sich nach der Abfuhr fürs Zentrum in Bettwil entschieden, bei den Kirchen anzuklopfen. Der Kanton muss möglichst rasch Plätze für 1500 Asylsuchende finden. Dazu ist er vom Bund verpflichtet worden.

Für sie es kein verzweifelter Hilferuf, sondern die Bitte um Solidarität. «Es ist tatsächlich eine Notsituation und da muss man alle Möglichkeiten ausschöpfen», so Hochuli gegenüber der «Tagesschau».

Unterbringung von Familien und Frauen

In Aarburg ist nun eine erste Wohnung gefunden. Es geht bei diesen Lösungen aber nicht um Massenunterkünfte, wie sie etwa in Bettwil geplant war. Hochuli will damit Familien, alleinerziehende Mütter und alleinstehenden Frauen unterbringen. Dafür kommen Einfamilienhäuser oder Teile von Immobilien in Frage.
Gerade für Kinder aus Flüchtlingsfamilien sei eine längerfristige Unterbringung zentral, damit sie vor Ort eingeschult werden könnten, heisst es im Aufruf weiter.
Notsituation erfordert unkonventionelle Massnahmen.

SVP dagegen, FDP dafür

Das Beispiel Aarburg soll Schule machen. Derzeit laufen Abklärungen für verschiedene Standorte. Für Humbel ist die Unterbringung schutzsuchender Menschen durchaus auch eine Aufgabe der Kirche.

Politiker reagieren unterschiedlich auf diese Lösungen. Die SVP lehnt sie ab, weil damit ein falsches Signal ausgesandt wird. Der Aargauer FDP-Nationalrat Philipp Müller dagegen begrüsst die Lösung. «Als kurzfristige Massnahme begrüsse ich das», sagte er in der «Tagesschau». Die Kirchen, die die Politik immer hart kritisierten, könnten nun selber eingreifen, so Müller. «Mittelfristig auf Bundeszentren schwenken, nur dort ist gewährleistet, dass es kurze Verfahren gibt.» (rsn)

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